Sonntag, 24. April 2011

Im Interview: Daniel Orlansky
About Meridian Yoga

Daniel Orlansky Meridian YogaDaniel Orlansky demonstriert an seiner Partnerin
Rosana die Arbeit am Dünndarm-Meridian.

Daniel Orlansky Meridian YogaIn Bauchlage Adlerarme, nach vorn herausziehen und
danach Schultermassage und Druck auf den Akupunkturpunkt G21

Am Wochenende traf ich Daniel Orlansky bei Home Yoga und nahm an seinen beiden Workshops teil, zu Yoga of Energy Flow und Meridian Yoga. Seine Arbeit mit Energieflüssen und Meridianen interessierte mich, besonders nach meinen Erfahrungen mit Qigong. Beim Energy Flow Workshop arbeiteten wir mehr mit dynamischen Bewegungen aus dem Kundalini Yoga, mit Mudras und Pranayama. Daniel legt vor allem Wert auf die Atempausen nach der Ein- und nach der Ausatmung: Kumbakh genannt. Beim Anhalten nach der Einatmung sollten wir das Chi in unserem Körper verteilen, beim Anhalten nach der Ausatmung sollten wir leer und klar werden. Am Sonntag, beim Meridian Yoga, ging es um das Öffnen einmal des Gallenblasen-Meridians und zum anderen des Dünndarm-Dickdarm-Meridians durch Massagen, Asanas und Streching. Puh, das war zwar größtenteils sehr angenehm, aber zeigte auch, wo die Schmerzpunkte im Körper liegen können. Nach dem Workshop durfte ich Daniel ein paar Fragen stellen:

Wie hast du Yoga für dich entdeckt?
Vor 36 Jahren begann ich mit Kundalini Yoga. Zuerst habe ich also mit Atem, Energielenkung, Meditation und eher dynamischen Bewegungen gearbeitet, mit dem sogenannten Pranayama Kosha. So nennen wir die zweite Hülle unseres Körpers, die aus unserer Lebensenergie, Prana genannt, besteht. Allerdings hatte ich damals Rückenbeschwerden und brauchte ein bisschen mehr Dehnung. Deswegen begann ich mit Hatha Yoga, mit der Arbeit am physischen Körper und mit Asanas. Ich brachte beide Herangehensweisen zusammen, kombinierte sie mit Hilfestellungen, Shiatsu und Thai Massage und nannte es Meridian Yoga. Das war ungefähr vor 15 Jahren.

Was sind deine größten Einflüsse?
Meine Arbeit mit dem Atem, mit Asanas und Körperarbeit kommt aus dem Kundalini Yoga. Die fließenden Bewegungen sind inspiriert vom Vinyasa Yoga and Kali Ray TriYoga. Das System der Meridiane stammt aus den traditionellen asiatischen Gesundheitslehren wie Akupunktur, Thai Chi und Shiatsu. Und die Qualität der Bewegungen kommt ebenfalls aus dem Thai Chi: langsam, verbunden mit dem Atem und meditativ.

Wer waren deine Lehrer?
Ich habe drei Yogastile gelernt: Kali Ray TriYoga von Kali Ray in Boston, wo ich viele Jahre Lehrer war, Kundalini Yoga von Yogi Bhajan und das sogenannte Meridian Flexibility System von Bob Cooley. Ich habe noch einen Abschluss an der Boston Shiatsu School und studierte Expressive Art Therapy/Dance Therapy an der Lesley University. Aus all diesen Einflüssen habe ich meinen eingenen Stil – man könnte auch sagen meine eigene Sprache – gefunden: Meridian Yoga.

Wie arbeitest du mit den Meridianen?
Mit Widerstand, Asanas, Stretching (sogenanntes PNF-Stretching, eine Physiotherapie-Behandlung), Hands-on, Shiatsu und Thai-Massage. Im Shiatsu arbeitet man mehr mit den Akupunkturpunkten, und in der Thai-Massage hat man mehr Bewegung und mehr passive Dehnung. Mit all diesen Methoden versuche ich, Blockaden im Körper zu lösen. Denn diese Blockaden sorgen dafür, dass man vom großen Energiefluss abgeschnitten wird. Wenn man diese Blockierungen öffnet, dann verbindet man sich mit einem größeren Energiefluss, Dao genannt (der Kreislauf der Energie vom Himmel zur Erde und zurück durch den Körper hindurch) oder Lebenskraft, manche würden auch sagen Gott, Gottheit oder das Göttliche. Die Wege der Energie von Blockaden zu befreien hilft dabei, im Hier und Jetzt zu sein und mit Himmel und Erde in Verbindung zu treten.


Was sind die Unterschiede zwischen Nadis und Meridianen?
Es gibt mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede: Das indische System der Nadis ist fast das gleiche wie das chinesische System der Meridiane. Beides basiert auf Energiebahnen im Körper. Beide, Meridiane und Nadis, können geöffnet werden, indem man spezielle Punkte des Körpers reizt. Es gibt eine Menge Beziehungen zwischen Yoga/Nadis/Prana, TCM/Meridiane/Chi und Shiatsu. Es gibt sogar Chakren im chinesischen System. Aber in den unterschiedlichen Systemen existieren verschiedene Punkte, Elemente und Verbindungen zu den inneren Organen. Doch die Prinzipien sind die gleichen: Man muss die Blockierungen öffnen – durch den Atem, Asanas, Akupunkturnadeln oder Massage. Dann öffnet sich der Körper der Energie.

Wo liegt der Schwerpunkt bei deiner Lehrmethode?
Die Balance von Körper, Atem und Geist. Der Körper will gelockert werden, der Atem will fließen, und der Geist will ruhig werden. Wenn man alles drei erreicht, dann erfährt man das, was man Selbstverwirklichung nennt. Manchmal arbeite ich mehr an einem Punkt. Meist weil es einfacher ist, mit dem physischen Körper zu arbeiten, danach kommt die Atemarbeit, und dann konzentriert man sich auch auf den Geist.


This weekend I met Daniel Orlansky at Home Yoga and participated in his two workshops: Yoga of Energy Flow and Meridian Yoga. His work with energy flows and meridians interested me, especially after my experience with Qigong. In the Energy Flow Workshop we worked with more dynamic movement of the Kundalini Yoga, with mudras and pranayama. Daniel puts particular emphasis on the breath breaks after the in- and exhalation: called kumbakh. When stopping after inhalation we should distribute the Chi in our body, when stopping to breathe out, we should be empty and clear. On Sunday, Meridian Yoga was about to open the gall bladder meridian and the small intestine and large intestine meridian through massage, stretching and asanas. Phew, that was the most part very pleasant, but also showed where are the pain points in the body. After the workshop I was able to ask Daniel a few questions:

How did you discover yoga?
It was 36 years ago when I began with Kundalini Yoga. So first I worked with breath, energy, meditation and more dynamic movements – I worked with the pranayama kosha, that's how we called the second Kosha, the layers of subjective experience, and it consists of the vital life-force, otherwise known as Prana. But I had back problems, so I needed a little bit more streching. I began with Hatha yoga, working with streching the physical body and asanas. I started to bring these two styles together and combined it with Hands on, Shiatsu and Thai massage and I called it Meridian Yoga. That was like 15 years ago.

What are your biggest influences?
The work with breath, asanas and body work comes from Kundalini Yoga. The flows of Vinyasa Yoga and Kali Ray TriYoga. The system of meridians from oriental health systems like acupuncture, Thai Chi and Shiatsu. And the quality of movement from Thai Chi: slow, connected with the breath and meditative.

Who were your teachers?
I learned three styles: Kali Ray TriYoga by Kali Ray in Boston, where I was a teacher many years. Kundalini Yoga by Yogi Bhajan, and the so called Meridian Flexibility System by Bob Cooley. I graduated at the Boston Shiatsu School and studied Expressive Art Therapy/Dance Therapy at the Lesley University. From all these influences I invented my own style – you can say I found my own voice – called Meridian Yoga.

How do you work on the meridians?
With resistance, asanas, streching (called PNF streching, a physiotherapy treatment), hands-on, Shiatsu and Thai massage. In Shiatsu you work more with the acupuncture points and in Thai massage you have more movement and more passive streching. With all these methods I want to unblock the body. Because if you have blockings in your body, it cuts you off the bigger flow. When you open these blockings you can connect to a larger flow of energy which is called Dao (which flows from heaven to earth and backwards through your body) or life force, some would say god, godhead or the divine. Unblocking the pathways of energy helps you to be there, to connect you with earth and heaven.

Which are the differences between nadis and meridians?
There are more similarities than differences: The indian system of nadis is nearly the same like the chinese system of meridians. There are both energy pathways. You can open both, meridians and nadis, by pressing special points of the body. There is a lot of relationship between Yoga/nadis/prana, TCM/meridians/chi and shiatsu. You even have a system of chakras in the chinese system. But there are different points, elements and different connections to the inner organs. But the principles are the same: You must open the blockings – through breath, asana, needles or massage. Then the body opens to energy.

What is your focus in your teaching method?
The balance of body, breath and mind. The body wants to be relaxed, the breath wants to flow and the mind wants to be still. When you have all three you can come to selfrealization. Sometimes I work more on one, because it is the easiest to work with the physical body, then you can work on breath and then on mind.

1 Kommentar:

  1. Danke für den sehr schönen Bericht. Du hast Dir viel Mühe gegeben, beim Aufarbeiten des Erlebten! Ich habe ihn verlinkt, auf meiner Facebookseite:
    http://www.facebook.com/dagmar.bilke.
    Wir nutzen Deine Erklärungen nun, um das Trainingswochenende bei uns in DD fachlich zu ergänzen.
    Licht auf YOGA! DaCoBi

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