Montag, 29. November 2010

Yogastudios im Test: Ausflug nach Hamburg
zu Power Yoga Germany

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Zwischen Weihnachtsmarkt und Verwandtschaftsbesuchen, habe ich es in meiner alten Heimat geschafft, zum Yoga zu gehen. Zwar habe ich in Hamburg mit dem Yoga angefangen, allerdings hatte ich damals noch nicht den Drang, mir außerhalb meines Fitnessstudios anzuschauen, was es alles für Yogaschulen in der Region gibt. Die Internetrecherche ist etwas ernüchternd. Die Berliner Vielfalt bleibt einmalig. Eine Ausnahme gibt es: In Hamburg finde ich zahlreiche Bikram-Studios. Doch nach meiner bislang einmaligen Schwitzerfahrung bin ich da skeptisch. Ich will mich im Vorweihnachtsstress ja entspannen. Und so wähle ich das Naheliegendste und neben dem Himalaya-Institut (das leider keine Wochenendstunden anbietet) interessant klingendste: das Power Yoga Studio in Winterhude.

Am liebsten würde ich in die Stunde der beiden Studiogründer gehen: Dirk Bennewitz und Andrea "Qbi" Kubasch. Er: Bodyguard von Popstars wie Tokio Hotel, Roger Cicero und Bob Geldof, Aikido-Kampfsportler, ehemaliger Fallschirmjäger und Autor des Buches "Männeryoga". Sie: ehemalige Eis- und Rollkunstläuferin, Musikmanagerin u.a. für Cher, Mousse T., Craig David und Duran Duran sowie Autorin einiger Yoga-DVDs. Doch auf meine Anmeldung bekomme ich leider eine Absage. Nun gut, dann geht es eben in die Stunde von Eric Bennewitz am Samstag.

Power Yoga Hamburg Poweryoga germany test
Das Studio ist von außen kaum zu sehen (bin ich doch jahrelang auf dem Weg zur Arbeit dran vorbeigefahren, ohne es je wahrzunehmen). Aus der winterlichen Kälte heraus öffne ich die Eingangstür an der vielbefahrenen Herderstraße und befinde mich sofort in der warmen Atmosphäre des riesigen Übungsraumes. Die Schuhe stehen rechts neben der Tür, daneben das Empfangspult, zwei Meter weiter rollen die ersten ihre Matten aus. In einer der hinteren Ecken liegen noch ein paar große Sitzkissen, Gläser, und eine Wasserkaraffe steht bereit. Eric begrüßt mich auf Englisch, ich soll eine Erklärung zum Haftungsausschuss unterschreiben. Naja, diese Dinger sind rechtlich nicht wirklich wirksam, eine Zeile für eventuelle körperliche Beschwerden fehlt leider. Zu den großen Umkleideräumen führt eine TReppe nach unten (rechts für die Damen), die Toiletten geradeaus, Leihmatten, Klötze, Gurte und andere Hilfsmittel stehen bereit. Alles sehr übersichtlich, leise Musik plätschert aus der Anlage. Nachdem ich es mir auf meiner Matte bequem gemacht habe, schaue ich mir das Publikum an: ausnahmslos sportliche Frauen, fast alle um die 25-35. Insgesamt sind wir 13.

Eric Bennewitz Poweryoga germany
Eric beginnt die Stunde in Supta Baddha Konasana, dem liegenden Schmetterling, den wir mit Gurt um Hüfte und Füße zusammenbinden. Die Englisch-Vokabeln, die ich in dieser Stunde wohl am ehesten verinnerlichen werde, sind pelvis=Becken und tailbone=Steißbein. Wir entspannen mit Armen über dem Kopf etwa fünf Minuten. Es folgen diagonale Katze (Majariasana), einige Sonnengrüße, Stuhl (Utkatasana), Kriegervarianten (Virabhandrasana), gedrehtes Dreieck und nach vorne gerichtetes Dreieck (Parivritta Trikonasana), Adler (Garudasana) und mit der gleichen Handhaltung in den Krieger 3, Stehender Spagat (Urdhva Prasarita Padasana) und zwischendurch immer wieder lange Minuten im Herabschauenden Hund (Adho Mukha Svanasana). Es kann sehr lange dauern, bis Eric bis "five" gezählt hat. Ein bisschen Boot (Navasana) sorgt für Bauchmuskeln, und immer wieder liegt der Fokus auf Rückbeugen: im Stehen, in der schiefen Ebene (Purvotthasana), im Bogen (Dhanurasana), beim Reverse Warrior, beim Tisch (Chatus Pada Ptham), in der Schulterbrücke (Dvipadapitamasana), in der Taube (Kapotasana), beim Kamel (Ustrasana), beim Fisch (Matsyasana) mit Klotz zwischen den Schultern. Zum Ausgleich: Vorbeugen im Stehen (Padahastasana), in der Grätsche (Upavishta Konasana) und mit geschlossenen Beinen (Paschimothanasana) und immer wieder die Stellung des Kindes (Garbhasana). Die ganze Zeit über geht Eric durch die Reihen, demonstriert die Haltungen und korrigiert. Er legt sehr viel Wert auf eine korrekte Ausrichtung und erklärt immer wieder, wohin Becken und Steißbein zeigen. Zum Abschluss Krokodil (Nakara) und Totenstellung (Shavasana). Allerdings sollen wir uns zur Schlussentspannung mindestens drei Minuten einen Klotz unter die unteren Schultern legen, während Kopf und Nacken ungefähr gleichhoch mit einer Decke abgepolstert sind. Nachdem wir uns wieder aufgerichtet haben, singen alle dreimal das OM und verabschieden sich.

Fotos: alle bis auf das Zweite
von www.poweryogagermany.de

Nach der Stunde frage ich Eric kurz aus. Er ist ein Cousin von Dirk und hat in Kanada/Toronto seine Ausbildung absolviert: "I completed my Teacher Training at the Downward Dog Studios in Toronto under the guidance of Ron Reid and Diane Bruni. I'm basically teaching Ashtanga-inspired classes, but in this studio you can also take classes in Jivamukti or athletic Power Yoga. My focus is to look for the personal needs of my students. So I place every class under a motto - like today backbends". Als ich ihm erzähle, dass ich aus Berlin komme, legt er mir noch kurz eine 10er Karte nahe, denn die haben keine zeitliche Begrenzung.

Fazit: Sehr sportliches Yogastudio mit einer breiten Palette an Yogastunden. Perfekt für junge Frauen, die sich mal wieder richtig auspowern möchten.

Infos: Power Yoga Germany
Studio Winterhude: Herderstr. 38, 22085 Hamburg
Studio Schanze: Ludwigstr. 10, 20357 Hamburg
Tel. 040-38 63 22 64
info@poweryogagermany.de

www.poweryogagermany.de

Diverse Kurse (Ashtanga, Jivamukti, Power Yoga, Mysore-Stil, Level 1-3, Meditation, für Kinder 3-6 J., Post- und Pre-natal, Long-Slow-Deep), Mo-So, erste Stunde am Mo/Mi bereits ab 7 Uhr, letzte meist ab 20 Uhr, kostenlose Probestunde, Einzelkarte € 14,
10er Karte (keine Zeitlimitierung) € 120, 10er Karte (2 Monate gültig) € 90, unlimited für ein Studio ab monatl. € 58.
 
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