Samstag, 31. Juli 2010

Berliner Yogastudios im Test: Raum für Yoga

raum fuer yoga berlin yoga testGemütliche Runde vor der Yogastunde
Foto: www.raum-fuer-yoga.de

Am letzten Freitag habe ich mich auf mein Fahrrad geschwungen und Richtung Chausseestraße aufgemacht zum „Raum für Yoga“. Was so unprätentiös klingt, ist das zweitälteste Yogastudio in der Berliner Mitte, nach dem Iyengar Yoga Institut. Roland Bauer eröffnete es im Jahr 2000 und wohnte zeitweise sogar in den Räumen. Nachdem ich durch den Berliner Großstadtverkehr geradelt bin (was manchmal einem Selbstmordversuch gleichkommt), finde ich mich in der turbulenten Chausseestraße wieder zwischen super-kitschigen Brautmoden, Apotheke, Friseur und Filmproduktion. Ein Fahrradständer und ein Schild an der Hauswand weisen den Weg.
Raum fuer yoga berlin mitte test yogastudio
raum fuer yoga berlinEin paar Stufen durch das wunderschöne Treppenhaus. Der „Raum für Yoga“ ist eine Altbauwohnung mit herrlichen Parkettböden, aufgearbeiteten Holztüren und sehr hohen Decken. Überall stehen und liegen Teetassen, Kissen, CDs, Bücher, Klamotten und Räucherstäbchen. Vom Flur gelangt man rechts in die etwas provisorisch wirkende Umkleidekabine (mit Decken abgeteilte Bereiche) und kommt in ein weiteres Zimmer, in dem schon eine bunte Runde Yogaschüler sitzt und schwatzt. Es geht um den nächsten Urlaub, den Job, die gerade vergangene Yogastunde, ein paar Neulinge erfahren von Roland alles Wissenswerte über sein Studio. Ich setze mich dazu und bekomme sofort etwas „Zauberwasser“ mit einem herzlichen Schmunzeln angeboten. Danke gern.

Raum fuer yoga berlin teeecke testMittlerweile stehen entlang der Wände
zahlreiche gut gefüllte Bücherregale.
Foto: www.raum-fuer-yoga.de

Während der Unterhalten schweift mein Blick bewundernd über die wirklich umfangreiche Bibliothek englisch- und deutschsprachiger Bücher zum Thema Yoga, Buddhismus und Spiritualität. Hier stehen die Upanishaden in trauter Runde neben unterschiedlichen Ausgaben der Bhagavad Gita, neben einem Ratgeber für Hormonyoga und der Bibel. Ich muss unbedingt noch einmal zum Schmökern wiederkommen! Roland erzählt ein bisschen was über seine geplante Retreat-Woche auf dem Eichhof am Rande der Uckermark bevor wir uns in den Yogaraum begeben. Auf dem Boden liegen bereits Wolldecken, Matten, Sitzkissen und Nackenhörnchen, in einer Ecke stapeln sich Kork-Blöcke. Sehr einladend! Die Gruppe bleibt klein, mit mir sind wir gerademal zu fünft.

raum fuer yoga berlin testDer Yogaraum
Foto: www.raum-fuer-yoga.de

Roland beginnt die Stunde mit dreifachem AUM und zeigt uns zwei Varianten von Chaturanga dandasana (Liegestütz). Bei der ersten drehen sich die Ellenbogen nach außen und man taucht gerade nach vorn durch die gebeugten Arme nach unten, dabei zeigt die Krone des Kopfes zunächst nach unten, dann nach vorn. Die Variante erinnert mich stark an meine Kalari-Yogastunde auf dem Yogasfestival. Die zweite, die uns Roland demonstriert, ist diejenige, die ich auf dem Yogaworkshop mit David Life und Sharon Gannon gelernt habe: Arme eng am Körper, Ellenbogen nach hinten, Beine gestreckt. Es folgen nun viele Runden Sonnengruß – eben mit diesen beiden Chaturanga-dandasana-Varianten. Roland singt dazu ein Mantra, das mich ein wenig einlullt und meine Gedanken von „Puh-ist-das-anstrengend“ ablenkt. Danach zwei Runden, in denen wir alle Asanas des Sonnengrußes länger halten und variieren: Adho Mukha Svanasana (Nach unten schauender Hund) mit abwechselnd nach hinten oben gestreckten Beinen, Hüften parallel, danach Wiederholung und dabei Hüfte zur Seite öffnen, Bein anwinkeln). Nach dem Halbmond strecken wir uns noch ein wenig: Arme gerade nach oben, Oberkörper nach links und rechts dehnen, wieder nach oben, Oberkörper zur Seite drehen, dabei Füße fest im Boden verankert.

Meine Arme werden langsam schwer, und der Schweiß rinnt in Strömen. Meinen Nachbarn geht es nicht anders. Deswegen atmen wir alle tief durch als wir uns in den Schneidersitz begeben sollen. Wir konzentrieren uns auf unseren Atem und den Herzschlag, der noch ziemlich aufgeregt klopft. Roland erklärt kurz die Handhaltung bei Nadi Shodhana Pranayama, der Wechselatmung. Daumen und Ringfinger/kleiner Finger schließen abwechselnd ein Nasenloch, dann wird links eingeatmet, rechts aus, wieder ein, links aus, wieder ein usw. Nach einer Weile denke ich nicht mehr über links und rechts nach sondern atme einfach. Der Herzschlag beruhigt sich, auch die Gedanken strömen wieder langsamer und klarer. Nach einer Weile sollen wir die Wechselatmung ohne das Verschließen der Nasenlöcher üben, rein durch die Konzentration auf die Atmung. Gar nicht so einfach!

Nachdem wir nun alle wieder ruhiger sind üben wir Kopfstand. Roland erklärt die Handhaltung und ein paar Varianten für Fortgeschrittene (ein Bein absenken, wieder nach oben, beide Beine absenken, Lotussitz im Kopfstand). Ich beginne mit meiner eigenen Variante (Dreipunktkopfstand), da ich mich dort noch sicherer fühle als in der Variante auf den Unterarmen (10 Jahre Geräteturnen prägen). Dafür habe ich schon das ein oder andere Mal Schelte bekommen (eine nicht sehr nette Yogalehrerin in der Fitness Company hat mich sogar mal umgeschupst). Roland weist kurz darauf hin, dass das eben auch eine Variante ist, und lässt uns machen. Einer noch unsicheren Übenden gibt er den Tipp, den Kopfstand in der Raumecke zu versuchen, da sie sich dort sicherer fühlt. Es klappt. Nachdem auch ich mich erfolgreich an die Unterarmvariante getraut habe, hilft mir Roland noch beim Unterarmstand, den dann auch gleich alle anderen ausprobieren. Herrlich. Spielstunde. Ich liebe es, wenn zwischendurch mal ausprobiert werden kann, was einem so alles gelingt. Wir entspannen im Shavasana. Ich denke schon, die Stunde sei vorüber, als uns Roland noch einmal zum Abschluss in das gebundene Dreieck schickt und eine Kundalini-Übung anleitet: Dazu bringen wir wie im Baum einen Fuß im Stehen in die Lotushaltung und beugen uns dann vorn über nach unten. Dabei drückt der Fuß in den Bauchraum. Ich habe ein bisschen das Gefühl wie im Adler, wenn mir einige Blutgefäße abgedrückt werden und mir hinterher ein bisschen schwindelig ist. Danach ist die Stunde aber wirklich vorbei und wir begeben uns in Shavasana. Roland führt uns durch eine Übung des sogenannten Yoga Nidra, das Yoga des Schlafes/Todes. Es erinnert mich stark an autogenes Training. Wir führen unsere Aufmerksamkeit einmal rund durch den Körper. Zum Abschluss singen wir OM und lokah samastah sukhino bhavantu.

roland bauer yogalehrer BerlinFoto: www.yogavidyaberlin.de

Nach der Stunde sitzen wir mit Roland noch ein wenig beisammen, ich erzähle ihm von meinem Blog und frage ihn nach seiner Yoga-Richtung. „Eigentlich komme ich vom Sivananda Yoga, habe dann aber schnell mit Ashtanga angefangen. Am Anfang haben mich nur die Asanas interessiert. Von dem ganzen esoterischen Überbau wollte ich nichts wissen“, erzählt Roland lachend. „Doch mittlerweile übersetze ich auch originale Yogatexte aus dem Sanskrit und unterrichte indisches Harmonium.“ Ich spreche ihn auf einen Artikel in der taz an, in dem er zitiert wird, und frage ihn, was sich seitdem verändert hat. „Seit 2004, als dieser Artikel erschienen ist, hat sich wieder unglaublich viel verändert. 2000 als wir eröffneten, waren wir das zweite Yogastudio, 2004 gab es rund 10 Yogaschulen hier in Mitte. Heute sind es über 20. Und das Tolle ist: Fast alle überleben und finden ihre Nische, denn jeder spricht eine andere Zielgruppe an. Doch es ist erheblich leerer geworden hier. Früher kamen machmal 20 bis 30 Leute in eine Stunde. Heute sind es viel weniger.“ Bleibt zu hoffen, dass es nicht zu wenige werden, denn es wäre schade, wenn dieses wunderbar gemütliche Refugium nicht überleben würde. Zum Abschied umarmt mich Roland und wünscht mir ein schönes Wochenende.

Fazit: Äußerst warmherzige und gemütliche Atmosphäre mit einer fundierten und sehr fordernden Yoga-Praxis, die unterschiedliche Stilrichtungen kombiniert.

Infos:
RAUM FÜR YOGA
Chauseestraße 17
10115 Berlin (Mitte)
Tel. 030-28 39 16 33
www.raum-fuer-yoga.de

Diverse Kurse (Hatha, Ashtanga, Sadhana, Kundalini, für den Rücken, Meditation): Mo-Fr ca. 17/18-21.30 Uhr, Mi/Do auch vormittags, Sa 9-16.30, So 11-12.30 Uhr. Probestunde € 7, Einzelstunde € 14, viermal pro Monat € 45, 10er Karte € 120, unbegrenzt pro Monat € 85, Jahresabo € 480 (4mal pro Monat) oder € 880 (unbegrenzt), Meditation kostenlos.

Dienstag, 27. Juli 2010

Models mit sexy Tattoo

Model mit Rückentattoo Drache
Sind mir schon bei der letzten Abschlusspräsentation der Best Sabel Berlin die Gäste mit ihren Tattoos aufgefallen, so waren es in diesem Jahr die Models. Besonders dieses wunderschöne Drachentattoo auf dem Rücken (dazu hätte man allerdings ein rückenfreies Oberteil wählen sollen) und das sexy „with love“ (hier das perfekte Kleid dazu) unter der Achsel. Ach, hätte ich nur ein bisschen mehr Mut...

sexy tattoo with love model

Best Sabel Berlin 2010: Die Gästestyles

Die besten Gästestyles der Best Sabel Berlin 2010 Hueftjeans und bunte WedgesDie besten Gästestyles der Best Sabel Berlin 2010 Spitze am ruecken
Die besten Gästestyles der Best Sabel Berlin 2010 maennliches Model
Die besten Gästestyles der Best Sabel Berlin 2010 freundinnen in schwarz

Die besten Gästestyles der Best Sabel Berlin 2010 zerrissene Strumpfhosen und Pillbox-HutHier die coolsten Gästestyles auf der Jahresabschlusspräsentation der Best Sabel Schule: Hüftjeans, Wedges, zerrissene Strumpfhosen zum Pillbox-Hut, schimmernde schwarze Seide und ein Kleid mit einem Ringerrücken aus Spitze!

Best Sabel Berlin 2010: Projektarbeiten und Diplomkollektionen

Best Sabel Berlin Projektarbeit mit Biobaumwolle EcoBiobaumwolle spielt auch bei den
Projektarbeiten der Best Sabel eine Rolle

Es ist immer wieder spannend, was der Designer-Nachwuchs jedes Jahr präsentiert. Auch die private Bildungseinrichtung Best Sabel bietet einen Modedesign-Studiengang an und präsentiert jedes Jahr wieder die Ergebnisse in einer Modenschau. War im vergangenen Jahr alles noch etwas größer, so war die Veranstaltung am letzten Wochenende etwas familiärer angelegt. Trotzdem gab es das ein oder andere Highlight, das ich Euch zeigen will. Am besten gefielen mit die „Smooth“-Drapierungen in Grau und mit vielen transparenten Schichten des zweiten Ausbildungsjahres. Und natürlich die Tatsache, dass auch hier Biobaumwolle eine wichtige Rolle zu spielen beginnt.

Projektarbeit des 1. Ausbildungsjahres „Weiß auf Schwarz in Rot“

Best Sabel Berlin Projektarbeit 2010 weiss auf schwarz in rotProjektarbeiten des 2. Ausbilungsjahres: „Smooth“

Best Sabel Berlin Projektarbeit 2010 SmoothProjektarbeit des 2. Ausbildungsjahres: „New Look“

Best Sabel Berlin Projektarbeit 2010 New LookProjektarbeit des 3. Ausbildungsjahres: „Nero“

Best Sabel Berlin Projektarbeit 2010 NeroProjektarbeit des 2. und 3. Ausbildungsjahres: „Eco“ (aus malischer Bio-Baumwolle)

Best Sabel Berlin Projektarbeit 2010 Eco BiobaumwolleBei den Diplomkollektionen fielen mir besonders die Arbeiten von Elena Plinger, Miriam Foth (gewann den Preis für die beste Abschlussarbeit), Franziska Rohde und Nadine Schäfer positiv auf:Diplomkollektion Elena Plinger Best Sabel Berlin 2010Diplomkollektion Miriam Foth Best Sabel Berlin 2010Diplomkollektion Franziska Rohde Best Sabel Berlin 2010Diplomkollektion Nadine Schaefer Best Sabel Berlin 2010

Mittwoch, 21. Juli 2010

Berliner Yogastudios im Test: moveo

Im Test Yogastudios Berlin: moveo Yoga
Im Test Yogastudios Berlin: moveo Yoga in BacksteingebäudeIm Test Yogastudios Berlin: moveo Yoga EingangEingang zum moveo Yogastudio in altem Brauereigebäude

(letztes Bild: www.moveoberlin.de)

Es ist Hochsommer, Ferienzeit. Und da fliegen natürlich auch alle Yogalehrer in den Urlaub oder zu einem Retreat, wie ihre „Dienstreise“ – für die Teilnehmer „Entspannungsurlaub“ – auf neudeutsch genannt wird. Retreat heißt irgendwo in der Abgeschiedenheit einer Mittelmeerinsel täglich zweimal Yoga zu praktizieren und das Ganze mit Urlaub und gesunder Lebensweise zu kombinieren. Und so sind auch die Lehrer des moveo Yogastudios in Berlin Kreuzberg fast alle im Urlaub oder Retreat. Schade, ich hätte gern Nancy Jovanovic oder Beate Cuson persönlich kennengelernt, vielleicht ein anderes Mal. Und so freue ich mich auf eine Yogastunde mit Jorgos Fokianos, ein herumreisender Yogalehrer, der auch im Dock11, im Maigold, in der Tanzfabrik, Prostage, im Yoga Shala, Ganz Du, in der Fitness Company, Holme's Place und „Paramount“ Fitness Studio sowie für die Meg Stuarts Tanz Kompanie arbeitet.

Jorgos (Bild: www.sinnlicht-yoga.de/maigold)

Das Studio befindet sich in einer Parallelstraße des Mehringdamms in einer wunderbar restaurierten alten Backsteinfabrik, der ehemaligen Brauerei Habel. Mit dem Fahrstuhl geht es in die fünfte Etage, ins Dachgeschoss. Am Empfang werde ich nett begrüßt, zahle meine 8 Euro für die Probestunde und soll eine Postkarte ziehen. Sie gilt als Eintrittskarte. Der Aufenthaltsraum ist gemütlich, mit Wasserkaraffe, Sitzecke, bunten Kissen und Yogazeitschriften zum Blättern. Die Umkleideräume, mehrere aber alle Unisex, sind zweckmäßig eingerichtet mit Regalen und Sitzmöglichkeit. Sehr hübsch sind die Dachbalken und -schrägen überall. Im Sommer hat das Dachgeschoss mit dem wunderbaren Blick über Berlins Dächer allerdings den Nachteil, dass es hier mollig warm wird. Deswegen stehen alle Fenster sperrangelweit offen. Der Yogaraum selbst ist nicht allzugroß, die zwölf Teilnehmer, die sich einfinden, haben geradeso bequem Platz.

Die Stunde beginnt nach dreimaligem OM mit Entspannungs- und Atemübungen im Liegen auf dem Rücken. Jorgos mit seinem charmanten griechischen Akzent gibt uns ein paar Anleitungen zur Meditation: „Öffnet die Himmelstür eurer Gedanken...tretet hindurch...schließt hinter euch ab...und geht in den Nebenraum...dort, wo es stiller ist.“ Ich muss innerlich etwas schmunzeln ob dieser Metapher, aber sie funktioniert, und ich werde ruhiger. Als nächstes sollen wir uns vorstellen wie an unseren Schultern (danach Becken und Fußknöchel) links und rechts zwei Fäden befestigt sind, die unter uns tief in den Boden hinabhängen und sich im Mittelpunkt der Erde berühren. Alles wird schwer und ich sinke quasi in meine Matte. Ganz nett bei dieser Sommerhitze ist auch die kühlende Atemübung (Pranayama) Sitkari. Dabei berührt die Zungenspitze die Schneidezähne (alternativ den Gaumen), die Zunge dehnt sich zu den Seiten aus, die Zähne sind sanft geschlossen, die Lippen sind leicht geöffnet und man atmet durch die Zähne mit einem the-Laut (wir im Englischen) oder leicht schlürfend ein. Durch die Nase ausatmen. Die Übung wirkt kühlend, besänftigt Hunger und Durst und beruhigt den Geist. Dabei liegen wir auf dem Rücken und streichen unser Becken, Oberkörper, Kehle und Stirn von innen nach außen aus. Wir sollen uns vorstellen, wie die Körperflüssigkeiten in uns sich bewegen und uns wie ein Fluss durchströmen. Danach müssen wir langsam wieder wach werden: erst Katze/Majariasana, dann Sonnengruß. In allen Haltungen erinnert uns Jorgos an das Bild des uns durchströmenden Flusses. Die Wellenbewegung in der Wirbelsäule, die wir in der Katze ausgeführt haben, sollen wir in allen Asanas in minimaler Ausführung beibehalten. Dadurch werden sie weniger statisch. Die Sonnengruß-Serie wird immer wieder variiert mit den Asanas Taube/Kapotasan, Dreieck/Trikonasana, Halbmond/Anjaneyasana und Krieger/Virabhadrasana I-III. Jorge scheint in dieser Stunde den Fokus auf die Dehnung zu legen, weniger auf die Muskelkräftigung, was bei dieser Hitze auch sinnvoll ist. Man mag sich einfach nicht anstrengen, ist aber wunderbar flexibel. Ein Effekt wie beim Bikram-Yoga, nur nicht ganz so auslaugend. Die Stunde endet mit diversen Vor- und Rückbeugen (Vorbeugen in der Grätsche seitwärts/Upavishta Konasana, vorwärts und mit Beine zusammen/Paschimottanasana, gebunden, Brücke/Sethu Bandhasana mit Bein abwechselnd nach oben, Rad/Chakrasana).

Nach der Schlussentspannung unterhalte ich mich kurz mit Jorgos. Er hat in Athen und Amsterdam Theater und Tanz studiert und erzählt von seiner Yogaausbilung: „2006 bin ich dann nach New York und habe dort im Om Yogastudio meine Ausbildung bei Lehrern wie Cyndi Lee, Joe Miller, Frank Mauro und Christie Clark absolviert. Eigentlich komme ich aus der Asthanga-Yoga-Richung, aber hier im moveo unterrichte ich eher einen Vinyasa-Flow-Stil, der etwas weniger die Bandhas betont. Mein Stil ist sehr fließend – deswegen benutze ich gern die Metapher des Flusses.“ Nach der Stunde fühle ich mich weit weniger erschöpft als ich es bei diesen Temperaturen angenommen hätte und schön flexibel. Ich würde gern noch einmal im Winter wiederkommen, dann soll es hier auch eine Sauna geben!

Fazit: Gemütliches Yoga-Studio in wunderbarer Architektur mit breitem Angebot, Massagen und Sauna. Empfehlenswert!

Infos:
Moveo . Studio für Yoga
Am Tempelhofer Berg 7D
10965 Berlin (Kreuzberg)
Tel. 030-69 50 52 24
info@moveoberlin.de
www.moveoberlin.de

Diverse Kurse: Mo-Fr ab 9 (letzter Kurs startet zwischen 19.45 und 21 Uhr), Sa ab 10.15 und 12 Uhr, So 18-19.30 Uhr; Hatha, Iyengar, Flow und Tandava; diverse Schwerpunkte (Rücken, für Kinder, Meditation, nach Geburt mit Babys, in Englisch, für Schwangere, für Teilnehmer mit Gewichtsproblemen); Kosten: Probestunde € 8, 60 Min. € 7, 90 Min. € 13, 5er-Karte (5 Wochen) € 50, 10er Karte (4 Monate) € 120/erm. € 110, 20er Karte (6 Monate) € 220/ erm. € 200, 50er Karte (1 Jahr) € 500, Sauna € 3.

Im Test Yogastudios Berlin: moveo Yoga Blick aus Fenster

Blick über Berlin

Montag, 19. Juli 2010

Sophie Hunger: Manche Menschen sind wunderbarerweise nicht von dieser Welt

Alles fing mit dem MotorFM Ohrspiel an, in dem ich eine Stunde lang einer jungen Frau zuhörte, die mir mit einer wunderbaren Naivität, Liebenswürdigkeit und Leidenschaft erklärte, warum sie eine alte Seele sei und warum ihre künstlerischen Inspirationsquellen Tom Waits, Bob Dylan, Jeff Buckley, Billie Holiday und Radiohead seien. Okay, ich fuhr einmal mehr um den Block, nur um die Sendung zuende zu hören. Seitdem kann ich nicht mehr lassen von Sophie Hunger, habe ihre CD gekauft, die 3Sat-Doku aufgenommen und will sie unbedingt einmal live sehen (vielleicht im Oktober mal wieder in der Hamburger Fabrik?). Ich bin fasziniert von solchen Menschen, die wunderbarerweise nicht von dieser Welt sind, wie Björk, Jackson Pollock, Jean-Luc Godard, Romy Schneider, Klaus Kinski, Nina Hagen, Sierra und Bianca Casady, Bud Cort, Jack Nicholson oder David Bowie. Eine schöne Entdeckung...








SOPHIE HUNGER - CITYLIGHTS from KIDAM on Vimeo.

Green Showroom: ica watermelon



Fotos: Frauke Fischer/ica watermelon


Dass ökologisch hergestellte Mode nicht gleich Jutesack und Jesuslatschen bedeutet, demonstrierte im Green Showroom vor allem das Label ica watermelon. Die Strickkleidchen aus ihrer Kollektion Embrace erinnerten mich ein wenig an die Show von Lala Berlin. Die Berliner Modedesignerin Julia Knüpfer lächelt: „Das haben mir heute schon mehrere Leute hier gesagt.“ Die ESMOD-Absolventin verbindet darüberhinaus hohe Schneiderkunst mit ökologischen Stoffen wie Biobaumwolle, Seide, Leinen und Wolle sowie ungiftigen Naturfärbeverfahren. Sie produziert ausschließlich sozial verantwortungsvoll in Deutschland. Im Januar 2009 gewann sie wohlverdient den Designer for Tomorrow Award im Rahmen der Mercedes Benz Fashion Week. Zu kaufen gibt es die Teile im wertvoll, Marienburger Straße 39 in Berlin, Prenzlauer Berg.

Green Showroom: Green Age

Weg der Tagua – von der Palme bis zum Schmuckstück

Kette aus Tagua und Orangenschalen

Mit dem Laser geschnitten und pflanzlich eingefärbt

„Die Tagua-Nuss ist der Samen einer Palme, die bei uns in Kolumbien wächst“, erklärt mir die Geschäftsführerin von Green Age, Ana Maria Forero von Greiff. „Sie wird auch ,pflanzliches Elfenbein‘ genannt, da sie nach einer Trocknungszeit von etwa zwei Jahren steinhart wird. Jede Nuss ist etwas anders gefärbt, was jedes unserer Schmuckstücke zu einem Unikat macht. Nach der Trocknung werden die Nüsse geschliffen, mit dem Laser geschnitten und mit natürlichen Pigmenten eingefärbt, getrocknet und poliert. Alles in Handarbeit in Kolumbien. Denn eines unserer Ziele ist es auch, die Lebensqualität der kolumbianischen Frauen zu verbessern. Und wir regen damit die Kolumbianer an, ihre Umwelt zu schützen.“ Neben Tagua sind die Ketten, Ringe, Ohrringe und Armbänder auch aus anderen natürlichen Materialen. Die lange Kette auf dem zweiten Bild oben ist beispielsweise auch aus getrockneten Orangenschalen und duftet dementsprechend wundervoll! Zu kaufen sind die Schmuckstücke (Preise ab ca. 10 Euro) neben diversen Onlineshops (z.B. hier, hier und hier) vor allem im Showroom in Hamburg, Beim Schlump 27, Haus 7.

Green Showroom: Fashion Helmet


Als Rollerfahrer (leider keine Vespa), sprangen mir die Helme von Fashion Helmet im Green Showroom gleich ins Auge. Nach dem Motto „life is too precious to wear an ordinary helmet“, hat die italienische Firma mit einem Showroom in Amsterdam eine Reihe lederbezogene Helme kreiert, die Naturtöne mit bunten Streifen, Pastellfarben und Italienflaggen kombinieren. „Meine Designs wurden leider schon sehr sehr oft kopiert“, beschwert sich Massimo Lonigro als ich den Fotoapparat auspacke. Als ich ihm meine Karte gebe, ist er beruhigt. Nach rund 20 Jahren als Designer im Menswear-Bereich startete er 2004 seine eigene Helm-Kollektion. Alles handgenäht in Italien. Die Kollektion Spring/Summer 2011 mit Motorrad-, Fahrrad- und Skihelmen ist mit Pflanzenfarben gefärbt und pflanzlich gegerbt (in Zusammenarbeit mit Conceria Tre Effe). „Wer will, kann sich auch seinen ganz persönlichen Helm designen lassen – Farben, Formen, Schrift – alles ist möglich.“ Die Preise im Onlineshop beginnen bei 149 Euro, die Ledervarianten liegen zwischen 349 bis 379 Euro.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Berlin Fashion Week 2011
Kilian Kerner


Kilian Kerner, der ehemalige Schauspiel-Student, zeigte nun bereits zum fünften Mal eine Kollektion auf der Berliner Fashion Week. Schon beim letzten Mal fand ich seine Männershorts... nun ja...das muss nicht sein. Die Inspiration zu seiner neuen Kollektion „Flieg zum Mond und bleib hier“ schöpfte der Designer aus Gegensätzen: schützende, harte Ritterrüstung zum romantischen Chiffonkleid. Doch wollen wir wirklich Männer in Glitzersandalen und Kettenhemd? Auch die Farbwelt war nicht so mein Geschmack, zu trist, zu beige, zu dunkelblau. Die Volants und All-over-Pailletten fand ich eher unvorteilhaft und deplaziert (vor allem wenn man sie mit der Kollektion von Dawid Tomaszewski vergleicht). Doch seiner Fangemeinde, die das Zelt nun schlussendlich wirklich zum Kochen brachte, gefiel's. Zum Glück gibt es unterschiedliche Geschmäcker.

Berlin Fashion Week 2011
Dawid Tomaszewski


Mein absolutes Highlight! Die Show von Dawid Tomaszewski war von vorn bis hinten einfach nur schön anzusehen. Unter dem Motto „Torqued Ellipses“ und von der gleichnamigen Skulpturenserie des Bildhauers Richard Serra beeinflusst, zeigte der deutsch-polnische Nachwuchsdesigner und UdK-Absolvent eine wunderbar in sich stimmige und originelle Kollektion.

Besonders aufwendig und schwierig zu nähen müssen die vielen Volants an den wunderbar bauschigen Abendkleidern gewesen sein. Dass sie so akkurat liegen – das ist ganz große Schneiderkunst. Und wieder ein wichtiges Thema, wie auch bei Perret Schaad und Schumacher, war Transparenz, wehender Chiffon und Grau. Ein Hingucker waren auch die verwendeten Marabufedern und Haarreife, die die Models über dem Gesicht trugen. Allerdings sollte man sie dann doch lieber den Vögeln belassen.

Eine gelungene Mischung aus Purismus und Extravaganz, die endlich etwas Glamour und Haute Couture nach Berlin bringt!



 
/* Use this with templates/template-twocol.html */