Montag, 29. November 2010

Yogastudios im Test: Ausflug nach Hamburg
zu Power Yoga Germany

Power Yoga Germany Poweryoga Hamburg Yogastudio
Zwischen Weihnachtsmarkt und Verwandtschaftsbesuchen, habe ich es in meiner alten Heimat geschafft, zum Yoga zu gehen. Zwar habe ich in Hamburg mit dem Yoga angefangen, allerdings hatte ich damals noch nicht den Drang, mir außerhalb meines Fitnessstudios anzuschauen, was es alles für Yogaschulen in der Region gibt. Die Internetrecherche ist etwas ernüchternd. Die Berliner Vielfalt bleibt einmalig. Eine Ausnahme gibt es: In Hamburg finde ich zahlreiche Bikram-Studios. Doch nach meiner bislang einmaligen Schwitzerfahrung bin ich da skeptisch. Ich will mich im Vorweihnachtsstress ja entspannen. Und so wähle ich das Naheliegendste und neben dem Himalaya-Institut (das leider keine Wochenendstunden anbietet) interessant klingendste: das Power Yoga Studio in Winterhude.

Am liebsten würde ich in die Stunde der beiden Studiogründer gehen: Dirk Bennewitz und Andrea "Qbi" Kubasch. Er: Bodyguard von Popstars wie Tokio Hotel, Roger Cicero und Bob Geldof, Aikido-Kampfsportler, ehemaliger Fallschirmjäger und Autor des Buches "Männeryoga". Sie: ehemalige Eis- und Rollkunstläuferin, Musikmanagerin u.a. für Cher, Mousse T., Craig David und Duran Duran sowie Autorin einiger Yoga-DVDs. Doch auf meine Anmeldung bekomme ich leider eine Absage. Nun gut, dann geht es eben in die Stunde von Eric Bennewitz am Samstag.

Power Yoga Hamburg Poweryoga germany test
Das Studio ist von außen kaum zu sehen (bin ich doch jahrelang auf dem Weg zur Arbeit dran vorbeigefahren, ohne es je wahrzunehmen). Aus der winterlichen Kälte heraus öffne ich die Eingangstür an der vielbefahrenen Herderstraße und befinde mich sofort in der warmen Atmosphäre des riesigen Übungsraumes. Die Schuhe stehen rechts neben der Tür, daneben das Empfangspult, zwei Meter weiter rollen die ersten ihre Matten aus. In einer der hinteren Ecken liegen noch ein paar große Sitzkissen, Gläser, und eine Wasserkaraffe steht bereit. Eric begrüßt mich auf Englisch, ich soll eine Erklärung zum Haftungsausschuss unterschreiben. Naja, diese Dinger sind rechtlich nicht wirklich wirksam, eine Zeile für eventuelle körperliche Beschwerden fehlt leider. Zu den großen Umkleideräumen führt eine TReppe nach unten (rechts für die Damen), die Toiletten geradeaus, Leihmatten, Klötze, Gurte und andere Hilfsmittel stehen bereit. Alles sehr übersichtlich, leise Musik plätschert aus der Anlage. Nachdem ich es mir auf meiner Matte bequem gemacht habe, schaue ich mir das Publikum an: ausnahmslos sportliche Frauen, fast alle um die 25-35. Insgesamt sind wir 13.

Eric Bennewitz Poweryoga germany
Eric beginnt die Stunde in Supta Baddha Konasana, dem liegenden Schmetterling, den wir mit Gurt um Hüfte und Füße zusammenbinden. Die Englisch-Vokabeln, die ich in dieser Stunde wohl am ehesten verinnerlichen werde, sind pelvis=Becken und tailbone=Steißbein. Wir entspannen mit Armen über dem Kopf etwa fünf Minuten. Es folgen diagonale Katze (Majariasana), einige Sonnengrüße, Stuhl (Utkatasana), Kriegervarianten (Virabhandrasana), gedrehtes Dreieck und nach vorne gerichtetes Dreieck (Parivritta Trikonasana), Adler (Garudasana) und mit der gleichen Handhaltung in den Krieger 3, Stehender Spagat (Urdhva Prasarita Padasana) und zwischendurch immer wieder lange Minuten im Herabschauenden Hund (Adho Mukha Svanasana). Es kann sehr lange dauern, bis Eric bis "five" gezählt hat. Ein bisschen Boot (Navasana) sorgt für Bauchmuskeln, und immer wieder liegt der Fokus auf Rückbeugen: im Stehen, in der schiefen Ebene (Purvotthasana), im Bogen (Dhanurasana), beim Reverse Warrior, beim Tisch (Chatus Pada Ptham), in der Schulterbrücke (Dvipadapitamasana), in der Taube (Kapotasana), beim Kamel (Ustrasana), beim Fisch (Matsyasana) mit Klotz zwischen den Schultern. Zum Ausgleich: Vorbeugen im Stehen (Padahastasana), in der Grätsche (Upavishta Konasana) und mit geschlossenen Beinen (Paschimothanasana) und immer wieder die Stellung des Kindes (Garbhasana). Die ganze Zeit über geht Eric durch die Reihen, demonstriert die Haltungen und korrigiert. Er legt sehr viel Wert auf eine korrekte Ausrichtung und erklärt immer wieder, wohin Becken und Steißbein zeigen. Zum Abschluss Krokodil (Nakara) und Totenstellung (Shavasana). Allerdings sollen wir uns zur Schlussentspannung mindestens drei Minuten einen Klotz unter die unteren Schultern legen, während Kopf und Nacken ungefähr gleichhoch mit einer Decke abgepolstert sind. Nachdem wir uns wieder aufgerichtet haben, singen alle dreimal das OM und verabschieden sich.

Fotos: alle bis auf das Zweite
von www.poweryogagermany.de

Nach der Stunde frage ich Eric kurz aus. Er ist ein Cousin von Dirk und hat in Kanada/Toronto seine Ausbildung absolviert: "I completed my Teacher Training at the Downward Dog Studios in Toronto under the guidance of Ron Reid and Diane Bruni. I'm basically teaching Ashtanga-inspired classes, but in this studio you can also take classes in Jivamukti or athletic Power Yoga. My focus is to look for the personal needs of my students. So I place every class under a motto - like today backbends". Als ich ihm erzähle, dass ich aus Berlin komme, legt er mir noch kurz eine 10er Karte nahe, denn die haben keine zeitliche Begrenzung.

Fazit: Sehr sportliches Yogastudio mit einer breiten Palette an Yogastunden. Perfekt für junge Frauen, die sich mal wieder richtig auspowern möchten.

Infos: Power Yoga Germany
Studio Winterhude: Herderstr. 38, 22085 Hamburg
Studio Schanze: Ludwigstr. 10, 20357 Hamburg
Tel. 040-38 63 22 64
info@poweryogagermany.de

www.poweryogagermany.de

Diverse Kurse (Ashtanga, Jivamukti, Power Yoga, Mysore-Stil, Level 1-3, Meditation, für Kinder 3-6 J., Post- und Pre-natal, Long-Slow-Deep), Mo-So, erste Stunde am Mo/Mi bereits ab 7 Uhr, letzte meist ab 20 Uhr, kostenlose Probestunde, Einzelkarte € 14,
10er Karte (keine Zeitlimitierung) € 120, 10er Karte (2 Monate gültig) € 90, unlimited für ein Studio ab monatl. € 58.

Freitag, 22. Oktober 2010

5 Fragen an (Berliner) Yogalehrer:
Alexander Kröker

Bild: www.yogaraumberlin.de

Alex lernte ich bei meinem ersten Krankenkassenkurs im YogaRaumBerlin kennen und stellte fest, dass das eine wunderbare Möglichkeit auch für erfahrenere Yogis ist, neue Yogawege zu beschreiten und gleichzeitig Geld zu sparen (wer wissen will, welche Krankenkasse was erstattet, der schaut hier nach). Sein Unterricht hat mich sehr inspiriert, und immer noch schaue ich ab und zu gern bei ihm vorbei. Auch Alex stellte ich, wie zuvor Henning Scheel, Andreas Loh, Swami Atmaramananda und Patricia Thielemann, die gleichen 5 Fragen:

1. Wie bist du zum Yoga gekommen?

Ich war 24 und studierte Kulturwissenschaften. Eines Tages kam meine WG-Mitbewohnerin aus Indien zurück und sagte: „Freunde, ich schmeiße mein Studium und werde Yogalehrerin. Ich mache ab sofort täglich Yoga und wenn ihr wollt, könnt ihr mitmachen.“ So begannen wir als komplette WG täglich von 8 bis 9 Uhr morgens unsere Yogapraxis.

2. Wo und bei wem hast du deine Ausbildung zum Yogalehrer absolviert?

Meine erste Yogalehrerausbildung habe ich bei Anna Trökes absolviert. Dann lernte ich Anusara Yoga kennen und ging zu Bridgets Woods Kramer nach England. Inzwischen habe ich außerdem Teacher Trainings bei Jayendra Hanley, Desiree Rumbaugh, Sianna Sherman und John Friend absolviert.

3. Worauf legst du in deinem Unterricht besonders großen Wert?

Das beim Üben Körper, Kopf und Herz integriert werden.

4. Der Yogaweg ist nie zu Ende. An was arbeitest du gerade?

Daran, mit weniger Kopf und mit mehr Herz zu sein.

5. Dein Lieblingsmantra und deine Lieblingsasana?

Om Namah Shivaya Gurave, Satchidananda Murtaye, Nishprapanchaya Shantaya, Niralambaya Tejase. Und hier meine eigene Lieblingsübersetzung: Ich wende mich meinem Innersten zu, meinem höchsten Potential, welches in seiner Essenz aus reiner Bewusstheit und Glücklichsein besteht. Dieser Zustand ist immer in uns vorhanden, er ist voll von innerem Frieden, unabhängig von äußeren Zuständen und strahlt vor Lebendigkeit. Meine Lieblingsasana (im Moment): Natarajasana – der Tänzer.

Samstag, 25. September 2010

5 Fragen an (Berliner) Yogalehrer: Henning Scheel

Heute möchte ich euch einen weiteren Berliner Yogalehrer vorstellen: Henning Scheel, Inhaber des Yoga Shala in Berlin-Mitte.

1. Wie bist du zum Yoga gekommen?

Mitte der 1990er habe ich mit Iyengar Yoga begonnen, weil es hier in Mitte das Angebot gab.
Ich hatte ein diffuses Interesse an verschiedenen Bewusstseinszuständen. Da war ich bei Iyengar noch nicht so ganz am richtigen Platz. Bei meinem Aufenhalt in Pondicherry in Indien hat mich dann der Geist von Sri Aurobindo gefangengenommen. Von da ab ging es immer tiefer in das Yoga.

2. Wo und bei wem hast du deine Ausbildung zum Yogalehrer absolviert?

Ich habe das Vinyasa Teacher Training bei Shiva Rea in London und San Francisco und bei Andrey Lappa aus Kiev absolviert. Meine vierjahrelange BDY-Ausbildung habe ich hier in Berlin bei Urvasie Leone ausgeführt. Mich hatte Triyoga von Kali Ray gereizt, weil es energetisch in die Tiefe geht, und andererseits das präzise Anatomiewissen von Urvasi.

3. Worauf legst du in deinem Unterricht besonders großen Wert?

Meine Klassen sind sehr klar und strukturiert aufgebaut, sodass die Teilnehmer sich am Ende
wach und geerdet fühlen. Ich möchte mit meinen Schülern meine Erfahrungen der Energielenkung durch Asanas, Pranayama und Mudra teilen, um Yoga auf tieferen Ebenen erfahren zu können.

4. Der Yogaweg ist nie zu Ende. An was arbeitest du gerade?

An Jnana (Reflexion), Bhakti (Herz) und Sakti (Energie). Also immer wieder Selbstreflexion bei aufkommenden Konflikten, in das Herzgefühl durch zum Beispiel Mantra oder Kirtan kommen und an Lenkung von Kundalini-Energie durch den mittleren Kanal.

5. Dein Lieblingsmantra und deine Lieblingsasana?

Dattatreya Mantra
'Dattatreya Hare Krishna
Unmatananda-dayaka,
Digambara, Mune, Bala,
Pishacha, Jnana Sagara.'

Dattatreya Du bist Hare Krishna
verrückt vor Freude,
nackt und hast nichts mehr zu verlieren,
ein Junge, ein Dämon, ein
Ozean voller Erfahrungen.

Lieblingsasana: dynamische Rückbeugen mit Wandunterstützung

Freitag, 27. August 2010

5 Fragen an (Berliner) Yogalehrer: Andreas Loh

Und hier eine weitere Folge der Reihe "5 Fragen an (Berliner) Yogalehrer". In dieser Serie stelle ich Berliner Yogalehrern immer die gleichen Fragen. So lernt man sie ein bisschen näher kennen und bekommt schon vor der Stunde eine Ahnung, was für ein Lehrer da vor einem sitzen wird. Nach Patricia Thielemann in der letzten Woche heute: Andreas Loh, Inhaber des Ashtanga Yoga Palace in Berlin Prenzlauer Berg.

Andreas Loh vom Ashtanga Yoga Palace Berlin

1. Wie bist du zum Yoga gekommen?

Auf der Suche nach einer ganzheitlichen spirituellen Praxis habe ich 1999 begonnen Ashtanga Vinyasa Yoga zu üben.

2. Wo und bei wem hast du deine Ausbildung zum Yogalehrer absolviert?

Bei John Scott, David Keil und Swami Nityamuktananda in England.

3. Worauf legst du in deinem Unterricht besonders großen Wert?

Ich lege besonderen Wert darauf, jeden Schüler da zu sehen wo er/sie sich sich im Moment befindet - zu sehen, was der Einzelne gerade braucht.

4. Der Yogaweg ist nie zu Ende. An was arbeitest du gerade?

Ich übe gerade die 7. Serie, d.h. ich übe mich im Vater sein von zwei Kindern. Daneben übe ich Asanas und Pranayama.

5. Dein Lieblingsmantra und deine Lieblingsasana?

Das Maha Mrityunjaya Mantra, auch als „Om Tryambakam” bekannt, findet sich sowohl im Yajur Veda Kapitel drei, Mantra 60 als auch im Rig Veda Mandala sieben, Sukta 59, Mantra zwölf. Es ist ein Mantra der Heilung und Befreiung (Moksha Mantra). Es richtet sich an Shiva und gilt als eines der machtvollsten Sanskrit-Mantras. Das ist eines der schönsten bedeutendsten Mantras der vedischen Tradition: das „große lebenspendende Mantra“, das die Überwindung des Todes symbolisiert. Shiva, der „Dreiäugige“, ist der „Sieger über den Tod“. Das dritte Auge ist Symbol der höheren Intuition und der Zeit und Raum überschreitenden Erkenntnis. Diesem Mantra werden heilende und schützende Kräfte zugeschrieben (Unfälle, physische/psychische Krankheit usw.). Es ist auch ein Befreiungsmantra, das Mantra Shivas. Es verleiht Gesundheit (Arogya), langes Leben (Dirgha-Ayus), Frieden (Shanti), Reichtum (Aishvarya), Wohlstand (Pushti), Zufriedenheit (Tushti) und Unsterblichkeit (Moksha).

Om Tryambakam yajamahe
Sugandhim pushtivardhanam;
Urvaarukamiva bandhanaan -
Mrityormukshiya maamritaat.

Wörtliche Übersetzung:
Om. Der Dreiäugige / wir verehren
Der Duftende / Erhalter der Welt
Wie eine Gurke / von ihrem Stiel
Vom Tod / befreie / nicht von der Unsterblichkeit

Om. Wir verehren den 3-äugigen Shiva (tryambaka- der drei Äugige),
der wohlduftend ist und alle Lebewesen ernährt.
Möge er uns vom Tode befreien und uns dazu reif machen
zur Unsterblichkeit zu gelangen,
genau wie eine reife Gurke von der Pflanze abfällt.

Meine Lieblingsasanas sind Padmasana, der Lotus-Sitz, und Hanumanasana, die Position von Hanuman, dem Affengott (Spagat):


Andreas Loh vom Ashtanga Yoga Palace Berlin

Berliner Yogastudios im Test: Insellicht

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Obdulia Barahona ruft mich extra zurück, nachdem ich ihr auf den Anrufbeantworter gesprochen habe. Wenn ich zu einer Probestunde zu den Konditionen auf der Homepage kommen möchte, dann hätte ich nur noch im August Zeit: "Ab September gelten ein neues Kurs- und Preissystem." Da es mich reizt, mal wieder Kundalini-Yoga zu probieren, fuhr ich gestern auf die Halbinsel Stralau mitten in Berlin.

Yogalehrerin Obdulia Barahona
(Foto: www.insellicht.net)

Als ich mit meinem Motorroller durch die Straßen der schicken Wohngegend brause, habe ich fast das Gefühl mit dem Motorgeräusch die Stille dieses Refugiums zu stören. Es ist, als wäre man plötzlich in einer anderen Stadt. Etwas schicker, etwas ruhiger, freundlicher. Nicht so rotzig und dreckig wie der Rest dieser Hauptstadt. Keine Graffiti an den Wänden, moderne Reihenhäuser, viele Parkplätze (wo gibt's das denn sonst in Berlin?), schön grün, die Spree fließt langsam vorbei, auf dem Uferweg um die Insel laufen die Jogger, ein paar Enten quaken. Dazwischen ein paar sanierte Altbaublocks. Hübsch. Die Halbinsel war in den zwanziger und dreißiger Jahren ein Kiez mit einem eigenen Menschenschlag, mit Gründerzeithäusern, Kneipen und Restaurants, Kegelbahn, insgesamt 16 Bootswerften und mittelständischer Industrie. Davon ist nicht viel übrig. Aber das neue gefällt mir auch, zudem die alten Speicher immer noch zwischen den modernen Wohnblocks ein charmantes Flair miteinbringen. Dazwischen saubere Kinderspielplätze, verkehrsberuhigte Straßen, Kindergärten, viel Grün, jedes Haus hat riesige Fensterflächen und Terrassen - man genießt den Blick aufs Wasser. Und so komme ich zum Yogastudio Insellicht, das inmitten eines Runds von Neubauten liegt, die sich um einen alten Speicher (Lofts zu verkaufen) biegen.

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Obdulia begrüßt mich freundlich, ihre Stimme ist heiser. Der gemütliche Raum ist in warmes Licht getaucht. Sieben Yogamatten scharen sich um eine Kerze. Neben mir finden sich ein Mann und fünf Frauen ein. "Oh, dass wird ja richtig voll hier heute!" Jeder kennt sich mit Vornamen. "Kommt Birgit nicht auch noch heute?" "Ja, sie ist gleich da." "Wie war die Einschulung?" Eine sehr familiäre Atmosphäre hier. Obdulia teilt eine Runde Tee aus und stellt mich als die Neue vor und entschuldigt sich, dass sie heute nicht so viel erklären kann, ihre Stimme gibt langsam auf. Wir beginnen mit einem Mantra, Meditation und den für Kundalini typischen Aufwärmübungen: Sufi-Kreisen, bei denen man im Sitzen mit den Händen auf den Knien mit aufrechtem Kopf die Hüfte kreisen lässt. Danach der Kamelritt (in der gleichen Haltung nach vorn und zurück wippen), Schulterkreisen, Katze-Kuh-Asana und Zangenhaltung (Sitzende Vorbeuge). Es folgen zwei Runden Sonnengruß. Wir setzen uns wieder in den Meditationssitz und Obdulia kündigt an, dass wir in dieser Stunde eher ein paar ruhige Pranayama-Übungen machen werden, für die innere Einkehr. Es soll eine ruhige Stunde werden.


Fotos: www.insellicht.net

Wir widmen uns in dieser Stunde einer Pranayama-Übungsreihe von Gurucharan Singh. Obdulia erklärt uns kurz die Bedeutung von Prana und Apana: "Prana ist eine Lebensenergie, die wir mit jeder Einatmung, mit Nahrung, Berührung, Licht und allen weiteren Eindrücken der Sinnesorgane aufnehmen. Beim Ausatmen verteilt sich diese Energie in unserem Körper. Ihr werdet sicherlich schon einmal gemerkt haben, dass es einen Unterschied macht, ob man den Atem eingeatmet anhält oder ausgeatmet. Der Pranakörper ist einer von zehn Körpern im Kundalini-Yoga: den physischen Körper, drei geistig-mentale Körper und sechs Energie-Körper. Der Prana-Körper ist der achte Körper. Stellt euch vor, wie diese Hülle euren Körper wenige Zentimeter umgibt, wie sie leuchtet. Apana ist reinigende Energie, die unser Körpersystem durch Ausatmung, Stuhlgang, Urin, Schweiß, Ausschläge, Tränen, Schleim und allen Formen von Kommunikation wieder verlässt."

Pranayama reihe
Die erste Übung soll dem Ausgleich von Prana und Apana dienen: Wir sitzen im Schneidersitz, strecken die Arme parallel zum Boden aus, Handinnenflächen nach oben. In dieser Haltung machen wir zwei bis drei Minuten die Feueratmung. Abschließend atmen wir ein, halten den Atem, winkeln die Handgelenke an, drehen die Handinnenflächen nach außen und atmen aus.

Die zweite Übung soll die Aufnahme der Sonnenenergie fördern, uns also aktivieren. Dazu halten wir die Hände im Surya Mudra (Fingerkuppe von Daumen und Ringfinger berühren sich), die Oberarme parallel zum Boden, die Unterarme nach oben angewinkelt, Handflächen nach vorn. Wir sollen in vier gleichen Teilen ein- und in vier Teilen wieder ausatmen, dabei die Bauchdecke pumpen. Das fällt mir nicht ganz so leicht, da mein Bauch sich beim Ein- und Ausatmen anders bewegen will. Nach zwei bis drei Minuten atmen wir ein, legen dabei die Hände in Namasté vor der Brust zusammen und strecken die Arme nach oben und entspannen beim Ausatmen die Arme nach unten.

Die nächste Pranayama-Übung soll die Aura in alle Richtungen wieder ins Gleichgewicht bringen: Arme nach vorn, Finger verschränkt, Handflächen nach vorn. Beim Einatmen strecken wir die Arme über den Kopf, beim Ausatmen bringen wir sie wieder parallel zum Boden. Nach zwei bis drei Minuten atmen wir aus, in dem wir die Arme zu den Seiten absenken. Puh, so entspannend das Ganze ist, so geht es langsam auch in die Oberarme. Wieder strecken wir die Arme zu den Seiten, Handinnenflächen nach außen. Beim Einatmen bringen wir die Handrücken über dem Kopf zusammen, beim Ausatmen wieder die Hände mit angewinkelten Handgelenken nach außen.

Bei der nächsten Übung halten wir die Arme wie in der zweiten Übung, die Finger formen dieses Mal das Gyan Mudra (Fingerkuppen von Daumen und Zeigefinger berühren sich). Beim Einatmen drehen wir zur linken, beim Ausatmen zur rechten Seite. Drehpunkt soll dabei das Brustbein sein. Es ist gar nicht so einfach, die Oberarme nach zwei bis drei Minuten noch parallel zum Boden zu halten.

Nachdem wir uns ein bisschen gelockert haben, geht es weiter, indem wir die Hände auf die Schultern legen, und uns abwechselnd einatmend nach links dehnen und ausatmend nach rechts. Der Kopf sinkt auf die jeweilige Schulter.

Danach folgt die Wechselatmung mal in einer abgewandelten Form. Während die Finger der rechten Hand abwechselnd die Nasenlöcher verschließen, atmen wir recht schnell immer links ein, rechts aus. "Das soll die Mondnadi aktivieren", so Obdulia. Nach der Stunde erklärt sie mir dazu genauer: "Es gibt diese Energiebahnen in unserem Körper, die auch in der Akupunktur eine große Rolle spielen. Sie werden Nadis genannt. In der Yogapraxis sind nur die drei Hauptleitbahnen von Bedeutung: Sushumna (folgt der Wirbelsäule), Ida und Pingala (beginnen beide im Wurzelchakra am Steißbein und führen eintlang der Wirbelsäule bis zur Nasenwurzel; Ida bis zum linken Nasenflügel, Pingala bis zum rechten). Gemäß der Sonne-Mond-Theorie wird Ida dem weiblichen Prinzip des Mondes (kühlend, beruhigend) und Pingala dem männlichen Prinzip der Sonne zugeordnet (erhitzend, anregend). Du wirst sicherlich merken, dass du im Laufe des Tages mal rechts mal links besser atmen kannst. In der Theorie sagt man, dass die Präferenz alle 2-3 Stunden wechselt. So erklärt es sich, dass wir manchmal schläfrig und manchmal aktiv sind. Wenn du das beeinflussen willst, solltest du diese Übung der Wechselatmung machen und immer durch das Nasenloch einatmen, dass du aktivieren willst."

Die nächste Übung soll ebenfalls kühlend und beruhigend wirken. Ich kenne sie bereits von meinem Besuch im moveo Yogastudio. Mit gerollter und ausgestreckter Zunge atmen wir ein, durch die Nase wieder aus. Nach zwei bis drei Minuten folgt die letzte, die wohl schönste Pranayama-Übung dieser Reihe.

Die Hände bilden das Hakini Mudra: Alle Fingerspitzen der linken und rechten Hand berühren sich. Zeige-, mittlerer und Ringfinger liegen eng beieinander. Nur Daumen und kleiner Finger sind abgespreizt. Wir schauen von oben durch beide Hände auf die kleinen Finger, die Hände vor der Brust. Dabei atmen wir zwei bis drei Minuten durch die Nase ein, durch den Mund aus, durch den Mund ein, durch die Nase aus usw. Da das doch einige Konzentration benötigt (dabei immer die kleinen Finger beobachten), kann man gar nicht anders als im Moment zu bleiben. Meine Gedanken konzentrieren sich die drei Minuten voll auf die Atmung. Das gelingt mir nur selten.

Nach ein paar weiteren Dehn- und Streckübungen bereiten wir uns auf die Schlussentspannung vor: Socken anziehen, Decke ausrollen, zudecken. Die ersten schnaufen einem entspannten Nickerchen entgegen. Es erklingt Aad Guray Nameh von Snatam Kaur Khalsa - schöööön! Nach dem Lied unterhalte ich mich noch lange mit Obdulia und frage sie, ob es immer so ruhig sei in ihren Stunden. Sie lacht: "Kundalini-Yoga kann auch sehr anstrengend sein. Und wenn ich etwas mehr Stimme habe, dann flüstere ich auch nicht die ganze Zeit. Aber ich bin grundsätzlich etwas ruhiger als z.B. meine Kollegin Kathana. Ich glaube, ein Lehrer kann im Yoga nur das vermitteln, was er selbst im Yoga findet. Und für mich ist das eben eher Ruhe und Entspannung." Als ich sie auf das neue Kurssystem anspreche antwortet sie: "Ein Drop-in wird dann nicht mehr möglich sein. Wir werden zwar noch Probestunden auf Wunsch anbieten, aber wir vergeben dann nur noch Drei-Monatsverträge zu entweder 60 Minuten pro Woche oder 90. Wir möchten unsere Schüler gern in einem Beratungsgespräch kennenlernen und informieren." Ich bedanke mich für diese wunderbare Stunde. Schade, dass ich mich nicht so lange an ein Studio binden möchte, denn ab und zu würde ich mich hier sonst gern ein wenig erden.

Fazit: Perfekt für die Halbinsel Stralau: familiär, sauber, entspannt, freundlich, meditativ.

Infos:
InselLicht
Am Speicher 10

10245 Berlin (Stralau)

Tel. 030-297 728 40
info@insellicht.net
www.insellicht.net


Diverse Kurse für Schwangere, Kinder, zur Rückbildung, Kundalini, Hatha, Pilates, Qi Gong, Tai Chi, für den Rücken, Preise auf Anfrage.

Dienstag, 24. August 2010

Selbstversuch: Meditieren und Yoga zuhause

Hund Yoga Berlin MeditationKatinka ist Yoga suspekt

Ich lese gerade ein spannendes Buch: "Triffst du Buddha, töte ihn!" von Andreas Altmann. Darin beschreibt der Autor, wie er auf einer Indienreise zehn Tage in einem Meditationszentrum verbringt. Jede Form der Ablenkung ist untersagt: keine Unterhaltungen, kein Telefon, kein Computer, kein Radio, keine Drogen, kein Sex, kein Strom, keine Bücher, keine Zeitungen. Alle Habseligkeiten werden abgeben. Freiwillig. Altmann befolgt alles, nur eines nicht: das Verbot des Schreibens. Und so hält er fest, was während der zehn Tage in der Versenkung in ihm vorgeht: Erinnerungen an verflossene Liebschaften, damit verbundene Enttäuschungen, an Familie und Freunde, an Sehnsüchte, an den Job und an die vielen Kleinigkeiten des Alltags. Er stellt fest, dass die Aufgabe des Ichs nicht sein Ziel sein kann, dazu hänge er zu sehr an den "Oberflächen der Welt" und genieße das Leben zu sehr. Ein kleines bisschen Gelassenheit soll das Ziel sein. Den Hochs und Tiefs ein bisschen die Spitzen zu nehmen. Und so sagt ihm auch sein Lehrer, Satya Narayan Goenka, das Ziel wäre, in der folgenden Zeit mehr auf sich zu achten. Und wenn man nur in einem von zehn Fällen sich nicht von seinen Gefühlen leiten ließe, nicht aus der Bahn fiele, dann wäre das Ziel erreicht. Man hätte seine Gefühle beobachtet, anstatt von ihnen bestimmt zu werden. Hört sich einfach an? Ist es aber nicht!

Wie oft rasten wir in unserem Alltag aus? Schimpfen wie ein Rohrspatz? Pöbeln Kollegen an? Geraten in Terminstress und sind dann nicht die nettesten Zeitgenossen? Mal Hand aufs Herz! Wer kommt nach einem 12-Stunden-Tag im Büro mit Termindruck, Hektik und gestressten Kollegen nach Hause, säuselt der Liebsten/dem Liebsten ein Kompliment ins Ohr, kocht gemeinsam mit ihr/ihm ein tolles Abendessen und verspeist es bei Kerzenschein? Danach ein tiefgehendes Gespräch, Kuscheln, ein gutes Buch und friedvoll einschlafen? Nee - Realität sieht oft anders aus! Da motzen die meisten fröhlich weiter nach Feierabend. Raunzen den Hund an, weil er mal wieder rumkläfft, wälzen sich schlaflos - in Gedanken schon beim nächsten Meeting - im Bett herum und würgen vorm Fernseher/Computer/Playstation das lieblos zusammengeklatschte Abendbrot in sich hinein. Ehefrau/Ehemann/Freund/Freundin? Ihr/ihm geht's nicht anders. Und dann sind da noch die ganzen Probleme und Problemchen des Alltags, die Pläne, Sorgen und Sehnsüchte, die schlaflose Nächte und Knoten im Kopf verursachen. Meist verbunden mit der Frage: Was will ich überhaupt? Und will ich, was ich will? Und wie kann ich's bekommen? Hach, ist das Leben manchmal kompliziert. Dann gibt es da diese liebenswürdigen Yogalehrer, die einem immer erzählen: Nimm etwas aus dem Unterricht mit in deinen Alltag! Das gelingt mir auch meist... einen Abend lang. Und dann antworten sie, die den Tag mit Yoga und Meditation verbringen: "Dann praktiziere auch zuhause Yoga". Meist habe ich geantwortet, dazu sei keine Zeit. Aber mal ehrlich: ein Stündchen am Tag kann man meist irgenwo abzwacken. Und heute morgen war es dann soweit. Der Knoten im Kopf ist schon schmerzhaft geworden, und ich ertappe mich beim Motzen am Frühstückstisch. Ich kann mich selbst nicht leiden in solchen Momenten. Das ist nicht die Version von mir, die ich sein will.

Also heute versuche ich das scheinbar Unmögliche: Meditieren zu Hause, wo in meinem Büro nebenan jeden Moment das Telefon klingeln kann, das nächste Projekt seiner Deadline entgegenrennt, Outlook alle drei Minuten verkündet: "neue Mail im Postfach", mein anderthalbjähriger, pupertärer Hund nur Schabernack im Kopf hat und der Abwasch von gestern sich in der Küche türmt. Egal.

Erstmal zusammenklauben, was man so gebrauchen könnte, und was einen in die richtige Stimmung bringt. Trainingsklamotten anziehen, Matte ausrollen, Sofatisch beiseite schieben. Da hatte ich doch mal so ne hübsche Klangschale gekauft? Räucherstäbchen finden sich auch noch, und der taufrische Yogablock vom Yogafestival will ja auch mal ausgepackt werden. Zehn Minuten später sinke ich auf die Matte. Oje, die Uhr zeigt schon 9 Uhr an, und ich sollte jetzt eigentlich längst an meinem Rechner sitzen. Das schlechte Gewissen nagt. Aber nein, heute will ich erst einmal üben mein Gemüt zu beruhigen. Lektion 1: kein Stress. Alle To-Dos heute sind auch noch nach 10:30 Uhr zu erledigen. Als ich den Hund in sein Körbchen schicke, ahne ich, dass das nicht so leicht wird. Katinka guckt mich fragend an. Ein neues Spiel? Oh, toll! Raufen?! Wieder fünf Minuten später liegt sie schnaufend endlich im Körbchen. Ein bisschen beleidigt sieht sie aus. Okay: Räucherstäbchen räuchert, Klangschale klingt, mir entweicht ein zaghaftes OM. Ist ja doch irgendwie peinlich so alleine. In der Yogastunde mit zehn anderen Yogaschülern mag ich das Gesinge. Aber so alleine frage ich mich zaghaft, was mein Nachbar jetzt wohl von mir denkt. Ich wische den Gedanken weg (es ist blöd, sich darüber zu ärgern, dass man schon abschweift, bevor es losgeht, und sich dann zu ärgern, dass man sich ärgert. Mist. Ähhm. OM - OM - OM). Ich beginne mit den Sonnengrüßen und zwinge mich, alle Haltungen fünf Atemzüge lang zu halten. Man beschummelt sich ja sonst gern selbst. Ach herrje, bin ich steif. Jetzt erst merke ich die Verspannungen im Rücken, wie wenig flexibel meine Waden sind und wie es im Nacken knackt. Atmen. Ein. Aus. Dabei Atem beobachten. Es ist schwieriger, sich fallen zu lassen in der Übung, wenn man in Gedanken seinen Übungsplan zurechtlegt und darüber sinniert, dass das bestimmt einen netten Blogbeitrag abgibt. Während ich den Krieger mache, sitzt mein Hundchen schon wieder Schwänzchen wackelnd und erwartungsfroh im Körbchen. Jetzt aber! Spielen!!! "Nein, Katinka!" Wieder drei Minuten später ringelt sie sich endlich zusammen und schnauft entrüstet. Wie ist das bloß erst mit Kindern, die um einen herumtoben? Wie findet man da Ruhe und Versammlung? Die Gedanken ringeln sich schon wieder um das nächste Thema: XY müsste man auch mal wieder besuchen, der Kleine ist schon so groß geworden......... Mein Schnaufen bringt mich wieder zurück auf die Matte.

Konzentration! Langsam merke ich, wie mir warm wird, die Sehnen und Muskeln nachgeben, mein Körper geschmeidiger wird. Nach einer Weile bin ich im Flow und eine Asana folgt wie automatisch der nächsten. Ich denke nicht mehr darüber nach, was als nächstes kommt. Nach einer halben Stunde, Blick auf die Uhr, setze ich mich zu einer Pranayama-Übung. Wechselatmung. Katinka spitzt die Ohren: Aber nun?! Spielen!!! Wer so schön schnauft, der will spielen! Bestimmt! "Nein, Katinka" Ich klinge schon viel weicher in der Stimme. Hundchen legt sich auch gleich wieder hin (mein Kontrollblick aus den gesenkten Lidern bestätigt, dass sie sich wieder zusammenrollt). Nach einer Weile probiere ich die Übung ohne die Finger, so wie ich es in der Stunde im Raum für Yoga gelernt habe. Tatsächlich funktioniert die Konzentration auf den Atem jetzt besser. Ich ärgere mich auch nicht mehr über mich, als ich kurz die Augen öffne (Hund schnarcht). Ist doch egal, ich komme schnell wieder in die Konzentration. Ärgern ist jetzt nicht.

Nachdem sich mein Atem und der Puls wieder beruhigt haben, probiere ich es mit dem Unterarmstand an der Wand. Beim letzten Mal, als ich es alleine probierte, plumpste mein zweites Bein immer wieder nach unten, die Angst vor der Umkehrhaltung war zu groß. Vorletztes Wochenende hat mir Patricia dann eine andere Handhaltung und die Zuhilfenahme des Blocks noch einmal gezeigt. Und nun das erste Mal alleine. Nach drei Anläufen nehme ich mein Hasenherz zusammen und ziehe das zweite Bein schnell hinterher. Einen kurzen Moment stehe ich schwebend in der Luft dann tippen meine Hacken an die Wand. Toll. Ich mache innerlich Freudenhüpfer. Weder bin ich an die Wand geknallt noch auf den Boden geklatscht (was man sich ja alles immer so ausmalt, das passieren könnte). Weiter geht es mit Dehnübungen. Ich ärgere mich nicht mehr darüber, dass ich immer noch ziemlich steif bin, sondern beobachte, wie mein Atem die Muskeln besänftigt und ich nach ein paar Atemzügen ein wenig weiter komme. Wär doch langweilig, wenn alles gleich gelänge. Nach Rad, Schulterstand und Krokodil setze ich mich zur Schlussentspannung wieder hin. Die Klangschale begleitet mein OM, und ich öffne langsam die Augen. Katinka freut sich wie ein Schneekönig, als ich sie endlich aus dem Körbchen entlasse und führt mir einen perfekten Nach-oben-schauenden-Hund vor.

Als ich mich an meinen Schreibtisch setze, ist es zwar schon 10:30 Uhr, aber die Welt ist nicht untergegangen, das Mailfach nicht explodiert und der Anrufbeantworter blinkt nicht hysterisch. Geht doch! Ich bin auf jeden Fall entspannt und gut gelaunt. Und heute Abend koche ich was Feines für meinen Schatz! Vielleicht sollte ich mein Morgenyoga jetzt öfter machen. Ist ja auch eine tolle Übung für den Hund ;)

Freitag, 13. August 2010

5 Fragen an (Berliner) Yogalehrer: Swami Atmaramananda


Fotos: Sivananda Yoga Zentrum, Schmiljanstr. 24, 12161 Berlin

Heute möchte ich euch nach Patricia Thielemann und Andreas Loh einen weiteren Berliner Yogalehrer vorstellen: Swami Atmaramananda, Yoga Acharya, Leiter des Sivananda Yoga Zentrum Berlin. Auch ihm stelle ich die gleichen 5 Fragen.

1. Wie bist du zum Yoga gekommen?

Anfang der 1980er-Jahre in Montreal, Kanada, habe ich zum ersten Mal Yoga ausprobiert. Ein paar Jahre später an der Uni hatte ich viel Stress im Studium und wollte Entspannungstechniken lernen, so habe ich mit Yoga angefangen.

2. Wo und bei wem hast du deine Ausbildung zum Yogalehrer absolviert?

Ich habe meine Yogalehrerausbildung im Internationalen Sivananda Yoga Vedanta Zentrum 1989 in Val Morin in Kanada unter persönlicher Leitung von Swami Vishnudevananda absolviert. Danach war ich persönlicher Assistent von Swami Vishnudevananda von 1991 bis 1993.

3. Worauf legst du in deinem Unterricht besonders großen Wert?

Genauigkeit in den Yogastellungen, fließende Atmung, Entspannung, eine entspannte Einstellung und auf die Konzentration während der Praxis.

4. Der Yogaweg ist nie zu Ende. An was arbeitest du gerade?

Mehr Aufmerksamkeit und Konzentration im Alltag aufzuwenden und an einer offenen Einstellung anderen gegenüber mit Geduld und Mitgefühl.

5. Dein Lieblingsmantra und deine Lieblingsasana?

Om - der Klang des Universums und der gesamten Schöpfung. Om schließt alle anderen Klänge mit ein.

Kopfstand (Sirshasana): Er wird von den Yogis als der König der Asanas betrachtet, weil er soviel körperliche und geistige Kraft gibt. Der Kopfstand ist eine Übung mit vielen physischen Wirkungen, auf den Kreislauf, für das Herz, und er ist ein Tonikum für das Gehirn.

5 Fragen an (Berliner) Yogalehrer:
Patricia Thielemann

Heute beginne ich hier mit einer neuen Yoga-Serie: 5 Fragen an... Berliner Yogalehrer antworten. Während meiner Testreihe durch die Berliner Yogastudios habe ich nun schon eine Menge Yogalehrer kennengelernt. Ich habe gemerkt, dass die Qualität einer Yogastunde für mich in erster Linie vom Lehrer abhängig ist. Ist sie/er mir sympathisch? Was erwarte ich? Ist die Stimme angenehm? Mag ich die Art zu unterrichten? Kann ich mich in die Philosophie des Yogastils hineindenken? Gibt sie/er mir die individuell für mich richtige Unterstützung und Anleitungen zu den Übungen? Das alles ist natürlich zutiefst subjektiv und teilweise auch abhängig von der Tagesform.

Um euch die Yogalehrer der Hauptstadt näher vorzustellen, gibt es diese neue Serie. Allen stelle ich die gleichen 5 Fragen, die einen Einblick in ihre/seine Ausbildung, die Art zu unterrichten und die Persönlichkeit geben sollen. Fangen wir an mit Patricia Thielemann, Inhaberin des Spirit Yoga Studios Berlin und Begründerin des Spirit-Yoga-Stils.

Patricia Thielemann
Foto: Spirit Yoga Berlin

1. Wie bist du zum Yoga gekommen?

Über meine Mutter. Die wusste schon immer, was gut für mich ist.

2. Wo und bei wem hast du deine Ausbildung zum Yogalehrer absolviert?

1999 bei Ana Forrest in Los Angeles. Danach folgten eine Reihe weiterer Yogalehreraus- und Weiterbildungen.

3. Worauf legst du in deinem Unterricht besonders großen Wert?

Auf Klarheit in den Anweisungen, gründlich angeleitete Asanas, einen gut geführten Spannungsbogen, sinnvolle Abfolgen und ein bisschen Zauber.

4. Der Yogaweg ist nie zu Ende. An was arbeitest du gerade?

Ich war gerade bei meinem Lehrer Tias Little in Santa Fe, New Mexico. Er hat ein enormes Wissen und ist dabei so ganz bescheiden. Nicht nur sein Unterricht hat mich sehr inspiriert, sondern auch seine Lebensweise. Ich finde es nicht immer leicht, den Yogaweg mit meinen Ambitionen und meiner Rolle als Mutter harmonisch zu vereinen. Ich habe so viele Ideen und Projekte am laufen, bin so wissenshungrig, praktiziere gern und möchte dabei keine Minute ohne meine Jungs sein. Tias hat mir beigebracht, wie ich alles besser unter einen Hut bekomme. Es funktioniert: Ich empfinde wieder eine Leichtigkeit des Seins, spiele mit den Kindern und schreibe trotzdem Bücher.

5. Dein Lieblingsmantra und deine Lieblingsasana?

Weich ist stärker als hart, Wasser stärker als Fels, Liebe stärker als Gewalt. Hesse
Gott gibt einem die Nüsse, aber er knackt sie nicht auf. Goethe
If you meet someone without a smile, give him yours.

Meine Lieblingsasana ist immer die, die ich gerade mache.

Montag, 2. August 2010

Der große Krankenkassenvergleich: Wer bezuschusst Yoga in welchem Umfang?

Die Idee, sich den Yogakurs zumindest teilweise von der Krankenkasse erstatten zu lassen, kommt vielen erfahrenen Yogis nicht. „Das sind doch nur Kurse für Anfänger“, lautet oft das Vorurteil. Doch das stimmt so nicht. Es gibt durchaus Yogastudios (wie z.B. Home Yoga und YogaRaum Berlin), die krankenkassengeförderte Kurse für Fortgeschrittene bieten. Hier werden auch Asanas wie Handstand, Unterarmstand, Rad sowie Pranayama-Übungen weiterentwickelt. Wer regelmäßig Yoga praktiziert, lebt gesünder, hat weniger Rückenschmerzen, baut Stress ab. Das haben auch die Krankenkassen festgestellt und bezuschussen Yoga im Rahmen ihrer Präventionsprogramme.

„Im Bereich Stressbewältigung/Entspannung haben wir uns auf Basis der besten verfügbaren Evidenz für die Aufnahme der klassischen Entspannungsverfahren Autogenes Training und Progressive Muskelrelaxation sowie von Hatha-Yoga, Tai Chi und Qi Gong entschieden, weil diese nach einer Expertise der Bundesvereinigung für Gesundheit als wirksame und wirtschaftliche Leistungen bewertet worden sind. Speziell für die Auswahl von Hatha-Yoga als förderfähiges Entspannungsverfahren durch die GKV sprachen zudem die Aspekte gute Erlernbarkeit, Schwerpunkt auf körperlichen und Atemübungen (nicht nur Meditation etc.), nicht auf eine bestimmte Religion oder Weltanschauung festgelegt, und die Wirksamkeit ist im Rahmen von Studien und Metaanalysen belegt“, erläutert Claudia Widmaier vom GKV-Spitzenverband, der zentralen Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland.

Was wie bezuschusst werden kann, ist im Präventionsleitfaden geregelt, auf den sich alle Krankenkassen verbindlich geeinigt haben. Doch in welchem Umfang jeder Versicherte gefördert werden kann, darüber entscheiden die Krankenkassen ganz individuell. Auch die Auslegung, was genau unter „Hatha-Yoga“ fällt, regeln einige Kassen unterschiedlich (die einen bezuschussen auch Iyengar-Kurse, die anderen nur solche, bei denen explizit „Hatha“ auf dem Nachweis steht).

Die meisten Krankenkassen bieten ihren Versicherten an, pro Jahr zumindest anteilig einen Kurs aus einem der vier Handlungsfelder (Bewegung, Ernährung, Entspannung und Suchtberatung) zu belegen. Die Kurse bestehen normalerweise aus acht bis zwölf Sitzungen, die meist wöchentlich stattfinden. Wichtig ist der Nachweis der regelmäßigen Teilnahme an einem geschlossenen Kurs (mindestens 80 Prozent Anwesenheit). Auch hier haben viele Yogastudios Reglementierungen gefunden, die das Ganze praktikabler machen: flexible Einstiegszeiten, Ausweichtermine etc. Wichtig ist vor allem die Eignung des Lehrers. Er muss eine anerkannte Yogalehrerausbildung von mindestens 500 Stunden und eine Zusatzausbilung im medizinischen oder sozialen (z.B. pädagogischen) Bereich nachweisen können. Nur dann kann ein Kurs von ihm bezuschusst werden.

Nun ist allerdings die Bandbreite dieser Bezuschussungen sehr breit: von anteilig € 75 für einen Kurs bis zu € 480 pro Jahr (egal, wieviele Yogakurse). Außerdem gibt es Obergrenzen beim Zuschuss je Kurs. Meist liegen die zwischen 75 und 120 Euro je Kurs. Einige Kassen bieten eigene Programme an, oft müssen Fremdangebote erst geprüft werden. Eine Übersicht bietet die folgende Tabelle mit den größten, allen offenstehenden Krankenkassen sowie einigen offenen Betriebskrankenkassen (Quelle der Angaben: Pressestellen der jeweiligen Kasse, Angaben ohne Gewähr). Die Spitzenposition in Sachen Erstattung von Yoga-Kursen hat übrigens die BKK R+V. Hier gibt es ein festes Budget im Jahr von 480 Euro, das der Versicherte ganz individuell nutzen kann. Solange die Angebote die Qualitätsansprüche des Präventionsleitfadens erfüllen, sind dann auch ca. vier bis fünf Yogakurse pro Jahr bezuschussbar. Und unkompliziert ist das Ganze dann auch: Quittung und Bestätigung des Yogalehrers einreichen und das Geld wird aufs angegebene Konto überwiesen. Ich habe die Reihenfolge in der Tabelle einem Ranking unterworfen. Dabei zählte vor allem, was beim Thema Yoga am Ende herauskommt. Höher bewertet habe ich, wenn mehrere Yogakurse bezuschusst werden, d.h. z.B. wenn zwei Yogakurse für insgesamt 220 Euro bezuschusst werden wog das höher als nur einer für 300 (da die meisten Angebote sich zwischen 100 und 150 Euro bewegen). Die Tabelle lässt sich übrigen auch auf Qigong oder Thai Chi übertragen.

Tipp für die Tabelle: aufs Bild klicken und vergrößern!
Ihr könnt euch das PDF auch gern hier anschauen/downloaden/drucken: Krankenkassenvergleich „Yoga“

Yoga Krankenkassen Praeventionskurse Vergleich

Samstag, 31. Juli 2010

Berliner Yogastudios im Test: Raum für Yoga

raum fuer yoga berlin yoga testGemütliche Runde vor der Yogastunde
Foto: www.raum-fuer-yoga.de

Am letzten Freitag habe ich mich auf mein Fahrrad geschwungen und Richtung Chausseestraße aufgemacht zum „Raum für Yoga“. Was so unprätentiös klingt, ist das zweitälteste Yogastudio in der Berliner Mitte, nach dem Iyengar Yoga Institut. Roland Bauer eröffnete es im Jahr 2000 und wohnte zeitweise sogar in den Räumen. Nachdem ich durch den Berliner Großstadtverkehr geradelt bin (was manchmal einem Selbstmordversuch gleichkommt), finde ich mich in der turbulenten Chausseestraße wieder zwischen super-kitschigen Brautmoden, Apotheke, Friseur und Filmproduktion. Ein Fahrradständer und ein Schild an der Hauswand weisen den Weg.
Raum fuer yoga berlin mitte test yogastudio
raum fuer yoga berlinEin paar Stufen durch das wunderschöne Treppenhaus. Der „Raum für Yoga“ ist eine Altbauwohnung mit herrlichen Parkettböden, aufgearbeiteten Holztüren und sehr hohen Decken. Überall stehen und liegen Teetassen, Kissen, CDs, Bücher, Klamotten und Räucherstäbchen. Vom Flur gelangt man rechts in die etwas provisorisch wirkende Umkleidekabine (mit Decken abgeteilte Bereiche) und kommt in ein weiteres Zimmer, in dem schon eine bunte Runde Yogaschüler sitzt und schwatzt. Es geht um den nächsten Urlaub, den Job, die gerade vergangene Yogastunde, ein paar Neulinge erfahren von Roland alles Wissenswerte über sein Studio. Ich setze mich dazu und bekomme sofort etwas „Zauberwasser“ mit einem herzlichen Schmunzeln angeboten. Danke gern.

Raum fuer yoga berlin teeecke testMittlerweile stehen entlang der Wände
zahlreiche gut gefüllte Bücherregale.
Foto: www.raum-fuer-yoga.de

Während der Unterhalten schweift mein Blick bewundernd über die wirklich umfangreiche Bibliothek englisch- und deutschsprachiger Bücher zum Thema Yoga, Buddhismus und Spiritualität. Hier stehen die Upanishaden in trauter Runde neben unterschiedlichen Ausgaben der Bhagavad Gita, neben einem Ratgeber für Hormonyoga und der Bibel. Ich muss unbedingt noch einmal zum Schmökern wiederkommen! Roland erzählt ein bisschen was über seine geplante Retreat-Woche auf dem Eichhof am Rande der Uckermark bevor wir uns in den Yogaraum begeben. Auf dem Boden liegen bereits Wolldecken, Matten, Sitzkissen und Nackenhörnchen, in einer Ecke stapeln sich Kork-Blöcke. Sehr einladend! Die Gruppe bleibt klein, mit mir sind wir gerademal zu fünft.

raum fuer yoga berlin testDer Yogaraum
Foto: www.raum-fuer-yoga.de

Roland beginnt die Stunde mit dreifachem AUM und zeigt uns zwei Varianten von Chaturanga dandasana (Liegestütz). Bei der ersten drehen sich die Ellenbogen nach außen und man taucht gerade nach vorn durch die gebeugten Arme nach unten, dabei zeigt die Krone des Kopfes zunächst nach unten, dann nach vorn. Die Variante erinnert mich stark an meine Kalari-Yogastunde auf dem Yogasfestival. Die zweite, die uns Roland demonstriert, ist diejenige, die ich auf dem Yogaworkshop mit David Life und Sharon Gannon gelernt habe: Arme eng am Körper, Ellenbogen nach hinten, Beine gestreckt. Es folgen nun viele Runden Sonnengruß – eben mit diesen beiden Chaturanga-dandasana-Varianten. Roland singt dazu ein Mantra, das mich ein wenig einlullt und meine Gedanken von „Puh-ist-das-anstrengend“ ablenkt. Danach zwei Runden, in denen wir alle Asanas des Sonnengrußes länger halten und variieren: Adho Mukha Svanasana (Nach unten schauender Hund) mit abwechselnd nach hinten oben gestreckten Beinen, Hüften parallel, danach Wiederholung und dabei Hüfte zur Seite öffnen, Bein anwinkeln). Nach dem Halbmond strecken wir uns noch ein wenig: Arme gerade nach oben, Oberkörper nach links und rechts dehnen, wieder nach oben, Oberkörper zur Seite drehen, dabei Füße fest im Boden verankert.

Meine Arme werden langsam schwer, und der Schweiß rinnt in Strömen. Meinen Nachbarn geht es nicht anders. Deswegen atmen wir alle tief durch als wir uns in den Schneidersitz begeben sollen. Wir konzentrieren uns auf unseren Atem und den Herzschlag, der noch ziemlich aufgeregt klopft. Roland erklärt kurz die Handhaltung bei Nadi Shodhana Pranayama, der Wechselatmung. Daumen und Ringfinger/kleiner Finger schließen abwechselnd ein Nasenloch, dann wird links eingeatmet, rechts aus, wieder ein, links aus, wieder ein usw. Nach einer Weile denke ich nicht mehr über links und rechts nach sondern atme einfach. Der Herzschlag beruhigt sich, auch die Gedanken strömen wieder langsamer und klarer. Nach einer Weile sollen wir die Wechselatmung ohne das Verschließen der Nasenlöcher üben, rein durch die Konzentration auf die Atmung. Gar nicht so einfach!

Nachdem wir nun alle wieder ruhiger sind üben wir Kopfstand. Roland erklärt die Handhaltung und ein paar Varianten für Fortgeschrittene (ein Bein absenken, wieder nach oben, beide Beine absenken, Lotussitz im Kopfstand). Ich beginne mit meiner eigenen Variante (Dreipunktkopfstand), da ich mich dort noch sicherer fühle als in der Variante auf den Unterarmen (10 Jahre Geräteturnen prägen). Dafür habe ich schon das ein oder andere Mal Schelte bekommen (eine nicht sehr nette Yogalehrerin in der Fitness Company hat mich sogar mal umgeschupst). Roland weist kurz darauf hin, dass das eben auch eine Variante ist, und lässt uns machen. Einer noch unsicheren Übenden gibt er den Tipp, den Kopfstand in der Raumecke zu versuchen, da sie sich dort sicherer fühlt. Es klappt. Nachdem auch ich mich erfolgreich an die Unterarmvariante getraut habe, hilft mir Roland noch beim Unterarmstand, den dann auch gleich alle anderen ausprobieren. Herrlich. Spielstunde. Ich liebe es, wenn zwischendurch mal ausprobiert werden kann, was einem so alles gelingt. Wir entspannen im Shavasana. Ich denke schon, die Stunde sei vorüber, als uns Roland noch einmal zum Abschluss in das gebundene Dreieck schickt und eine Kundalini-Übung anleitet: Dazu bringen wir wie im Baum einen Fuß im Stehen in die Lotushaltung und beugen uns dann vorn über nach unten. Dabei drückt der Fuß in den Bauchraum. Ich habe ein bisschen das Gefühl wie im Adler, wenn mir einige Blutgefäße abgedrückt werden und mir hinterher ein bisschen schwindelig ist. Danach ist die Stunde aber wirklich vorbei und wir begeben uns in Shavasana. Roland führt uns durch eine Übung des sogenannten Yoga Nidra, das Yoga des Schlafes/Todes. Es erinnert mich stark an autogenes Training. Wir führen unsere Aufmerksamkeit einmal rund durch den Körper. Zum Abschluss singen wir OM und lokah samastah sukhino bhavantu.

roland bauer yogalehrer BerlinFoto: www.yogavidyaberlin.de

Nach der Stunde sitzen wir mit Roland noch ein wenig beisammen, ich erzähle ihm von meinem Blog und frage ihn nach seiner Yoga-Richtung. „Eigentlich komme ich vom Sivananda Yoga, habe dann aber schnell mit Ashtanga angefangen. Am Anfang haben mich nur die Asanas interessiert. Von dem ganzen esoterischen Überbau wollte ich nichts wissen“, erzählt Roland lachend. „Doch mittlerweile übersetze ich auch originale Yogatexte aus dem Sanskrit und unterrichte indisches Harmonium.“ Ich spreche ihn auf einen Artikel in der taz an, in dem er zitiert wird, und frage ihn, was sich seitdem verändert hat. „Seit 2004, als dieser Artikel erschienen ist, hat sich wieder unglaublich viel verändert. 2000 als wir eröffneten, waren wir das zweite Yogastudio, 2004 gab es rund 10 Yogaschulen hier in Mitte. Heute sind es über 20. Und das Tolle ist: Fast alle überleben und finden ihre Nische, denn jeder spricht eine andere Zielgruppe an. Doch es ist erheblich leerer geworden hier. Früher kamen machmal 20 bis 30 Leute in eine Stunde. Heute sind es viel weniger.“ Bleibt zu hoffen, dass es nicht zu wenige werden, denn es wäre schade, wenn dieses wunderbar gemütliche Refugium nicht überleben würde. Zum Abschied umarmt mich Roland und wünscht mir ein schönes Wochenende.

Fazit: Äußerst warmherzige und gemütliche Atmosphäre mit einer fundierten und sehr fordernden Yoga-Praxis, die unterschiedliche Stilrichtungen kombiniert.

Infos:
RAUM FÜR YOGA
Chauseestraße 17
10115 Berlin (Mitte)
Tel. 030-28 39 16 33
www.raum-fuer-yoga.de

Diverse Kurse (Hatha, Ashtanga, Sadhana, Kundalini, für den Rücken, Meditation): Mo-Fr ca. 17/18-21.30 Uhr, Mi/Do auch vormittags, Sa 9-16.30, So 11-12.30 Uhr. Probestunde € 7, Einzelstunde € 14, viermal pro Monat € 45, 10er Karte € 120, unbegrenzt pro Monat € 85, Jahresabo € 480 (4mal pro Monat) oder € 880 (unbegrenzt), Meditation kostenlos.

Dienstag, 27. Juli 2010

Models mit sexy Tattoo

Model mit Rückentattoo Drache
Sind mir schon bei der letzten Abschlusspräsentation der Best Sabel Berlin die Gäste mit ihren Tattoos aufgefallen, so waren es in diesem Jahr die Models. Besonders dieses wunderschöne Drachentattoo auf dem Rücken (dazu hätte man allerdings ein rückenfreies Oberteil wählen sollen) und das sexy „with love“ (hier das perfekte Kleid dazu) unter der Achsel. Ach, hätte ich nur ein bisschen mehr Mut...

sexy tattoo with love model

Best Sabel Berlin 2010: Die Gästestyles

Die besten Gästestyles der Best Sabel Berlin 2010 Hueftjeans und bunte WedgesDie besten Gästestyles der Best Sabel Berlin 2010 Spitze am ruecken
Die besten Gästestyles der Best Sabel Berlin 2010 maennliches Model
Die besten Gästestyles der Best Sabel Berlin 2010 freundinnen in schwarz

Die besten Gästestyles der Best Sabel Berlin 2010 zerrissene Strumpfhosen und Pillbox-HutHier die coolsten Gästestyles auf der Jahresabschlusspräsentation der Best Sabel Schule: Hüftjeans, Wedges, zerrissene Strumpfhosen zum Pillbox-Hut, schimmernde schwarze Seide und ein Kleid mit einem Ringerrücken aus Spitze!

Best Sabel Berlin 2010: Projektarbeiten und Diplomkollektionen

Best Sabel Berlin Projektarbeit mit Biobaumwolle EcoBiobaumwolle spielt auch bei den
Projektarbeiten der Best Sabel eine Rolle

Es ist immer wieder spannend, was der Designer-Nachwuchs jedes Jahr präsentiert. Auch die private Bildungseinrichtung Best Sabel bietet einen Modedesign-Studiengang an und präsentiert jedes Jahr wieder die Ergebnisse in einer Modenschau. War im vergangenen Jahr alles noch etwas größer, so war die Veranstaltung am letzten Wochenende etwas familiärer angelegt. Trotzdem gab es das ein oder andere Highlight, das ich Euch zeigen will. Am besten gefielen mit die „Smooth“-Drapierungen in Grau und mit vielen transparenten Schichten des zweiten Ausbildungsjahres. Und natürlich die Tatsache, dass auch hier Biobaumwolle eine wichtige Rolle zu spielen beginnt.

Projektarbeit des 1. Ausbildungsjahres „Weiß auf Schwarz in Rot“

Best Sabel Berlin Projektarbeit 2010 weiss auf schwarz in rotProjektarbeiten des 2. Ausbilungsjahres: „Smooth“

Best Sabel Berlin Projektarbeit 2010 SmoothProjektarbeit des 2. Ausbildungsjahres: „New Look“

Best Sabel Berlin Projektarbeit 2010 New LookProjektarbeit des 3. Ausbildungsjahres: „Nero“

Best Sabel Berlin Projektarbeit 2010 NeroProjektarbeit des 2. und 3. Ausbildungsjahres: „Eco“ (aus malischer Bio-Baumwolle)

Best Sabel Berlin Projektarbeit 2010 Eco BiobaumwolleBei den Diplomkollektionen fielen mir besonders die Arbeiten von Elena Plinger, Miriam Foth (gewann den Preis für die beste Abschlussarbeit), Franziska Rohde und Nadine Schäfer positiv auf:Diplomkollektion Elena Plinger Best Sabel Berlin 2010Diplomkollektion Miriam Foth Best Sabel Berlin 2010Diplomkollektion Franziska Rohde Best Sabel Berlin 2010Diplomkollektion Nadine Schaefer Best Sabel Berlin 2010
 
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