Montag, 30. November 2009

Berlins Friseure gegen Aids

Berlins Starfriseure gegen Aids:
Wolfgang Zimmer (2.v.l.), Madleen (3.v.l.), Manfred Kraft (4.v.l.), André Märtens (2.v.r.)


Ich habe mich am Samstag verschönern lassen. Also sind für den guten Zweck eine Menge Haare gefallen. Es ist erstaunlich, wie willig die weiblichen Kunden (und wenigen männlichen) an diesem Abend sind: „Ja, ja. Machen sie ruhig. Ich vertraue Ihnen.“ So ein Starfriseur strahlt doch gleich Vertrauen aus. Und so lasse auch ich mich im Stuhl neben Wolfgang Zimmer und gegenüber von Manfred Kraft fallen und vertraue meinen Schopf Madleen an, Friseurin seit 2003 bei Herrn Zimmer und als solche auch schon vertraut mit anspruchsvollen Kunden: „Nach dem Studium als Hairstylistin habe ich bei vielen Modenschauen gearbeitet. Und natürlich haben schon viele Promis vor mir Platz genommen. Doch da sind wir äußerst diskret. Namen verrate ich nicht.“ Ich stelle mich vor sie hin und lasse mir durch die Haare wuscheln. „Also ich sehe dich sehr weiblich, verspielt, sexy, so im Stil der 20er und 30er, sehr bewegt und lebendig. Aber zehn Zentimeter müssen ab!“ Na gut, mach mal. Ich schlucke, als die ersten Strähnen fallen. „Woran denkst du?“ Ich antworte ehrlich: „Daran, was mein Mann wohl dazu sagt.“ Seien wir doch mal ehrlich. So lieb der Göttergatte auch immer ist („Natürlich stehen dir die kurzen Haare auch. Das sieht .... süß aus ... irgendwie ... eleganter ... frischer...“). Der erste Blick beim Anblick der Liebsten mit kurzen Haaren ist doch meist etwas geschockt. Sie sehen uns halt gerne mit langer Mähne. Aber was, wenn auf dem Kopf (wie bei mir) trotz Volumenshampoo und Föhnwelle eher plattes Elend herrscht? Ja gut, Keine Frau ist mit ihren Haaren zufrieden. Alte Weisheit. Doch dass es anderen genauso geht, macht mich nicht zufriedener. Und so sehe ich Madleen hoffnungsvoll beim Schnippeln zu. Das Ergebnis liegt irgendwo zwischen der jungen Uschi Glas (untoupiert!), George Harrison, Liselotte Pulver und vielleicht ein Hauch Winona Rider. Auch wenn diese Zusammenstellung nicht wirklich vorteilhaft klingt – irgendwie sieht es interessant aus. Und nach zwei Tagen Gewöhnung gefalle ich mir wirklich gut!

Vorher – Nachher

Samstag, 28. November 2009

Yoga Workshop
mit Sharon Gannon und David Life in Berlin

Sharon Gannon vor dem Yogaworkshop in BerlinSharon vor dem Workshop im Gespräch mit ihren Fans.

Yoga Workshop mit Sharon Gannon und David Life in BerlinHandstand, Unterarmstand, Kopfstand. Der Workshop richtet sich auch an Fortgeschrittene.

Virabhadrasana Yogaworkshop mit Sharon Gannon und David Life in BerlinKrieger zwei. David und Sharon beobachten genau.

Urdhva Mukha Svanasana beim Workshop mit Sharon Gannon und David Life YogaMiriam zeigt den nach oben schauenden Hund/Urdhva Mukha Svanasana.

Yoga mit Sharon Gannon und David Life in Berlin Asana TadasanaAufmerksamkeit wird gefordert –
auch bei den einfachsten Grundhaltungen wie dem Berg/Tadasana!

Chaturanga Dandasana demonstriert von David Life
David zeigt wie's richtig geht: Chaturanga Dandasana.

Yoga mit David Life und Sharon Gannon in berlin
Die Zuhörer, zum größten Teil weiblich, lauschen aufmerksam.

Workshop mit David Life und Sharon GannonÜber hundert sind zu dem Workshop gekommen.

Sharon Gannon in BerlinSharon begeistert mit ihrem Gesang.

Lehrer Teachers von Sharon Gannon und David LifeDie drei Lehrer von Sharon und David:
Shri Brahmananda Sarasvati, Shri Swami Nirmalananda und Shri K. Pattabhi Jois.


Yoga Workshop mit David Life und Sharon Gannon in der BackfabrikDer Raum in der Backfabrik füllt sich.

Es ist Samstagnachmittag, ich habe mich gegen Weihnachtsmarkt und Glühwein entschieden und nehme an einem Yoga-Workshop mit Sharon Gannon und David Life teil. Am Donnerstag habe ich die beiden bereits zu einem Interview getroffen, heute möchte ich sie live als Lehrer erleben. Die beiden sind weltbekannt als Begründer des Jivamukti-Yoga-Stils. Das Yoga Journal bezeichnet sie als Innovatoren und Vanity Fair lobt sie, Yoga wieder cool und hip gemacht zu haben. Im TIME Magazine wird die von ihnen entwickelte Methode als eine der neun wichtigsten Formen des Hatha-Yoga genannt, die heute in der Welt praktiziert werden. Ihr Schüler Sting schrieb das Vorwort zu ihrem Buch, Madonna stählt bei ihnen ihre Oberarme, Christy Turlington kräftigt ihren Modelkörper, und der Bruder von Uma Thurman arbeitet bei ihnen als Lehrer. Die Liste der Prominenten ließe sich lange fortsetzen.

Jivamukti Yoga, was frei übersetzt „befreite Seele“ bedeutet, wurde in den 80ern in New York von Sharon und David entwickelt. Das Herz ihrer Lehre ist der Versuch, die alten Weisheiten der indischen Veden in eine, dem heutigen, westlichen Großstadtmenschen verständliche, Sprache zu übersetzen. Ethischer Veganismus, Gewaltlosigkeit gegenüber allen Lebewesen, Hingabe zu Gott und Umweltbewusstsein sind wichtige Schlagwörter. Yoga wird nicht als Sport, sondern als eine Lebenshaltung gelehrt, als praktische Philosophie. Diese Lehren werden eingebettet in herausfordernde, fließende Asana-Übungen, synchron zur Atmung und begleitet von moderner Musik. Die Stunden beginnen und enden mit Kirtan (Gesang), Tiefenentspannung und Meditation.

Soweit zur Theorie. Ich bin gespannt, wie die beiden einen Raum mit weit über 100 Yogaschülern im Griff haben werden. Die drei Kurse sind seit Wochen ausgebucht. Kurzfristig gab es weitere Karten, da der Raum in der Backfabrik doch größer war als gedacht. Als ich ankomme, werde ich gleich nett begrüßt und bekomme einen Stempel auf die Hand. Es ist noch etwas Zeit, der Raum ist schon gut gefüllt mit Yogamatten. Die Szene erinnert mich ein bisschen an Handtücher auf Sonnenliegen im Urlaub: Die meisten haben sich einen Platz ganz vorne – quasi an der Sonne – gesichert. Ich rolle meine Matte etwas abseits aus und mache ein paar Fotos. Sharon sitzt bereits vorne auf dem Podest und unterhält sich angeregt mit einigen Schülern. Auch David streift schon durch den Raum. Beide zeigen keinerlei Anzeichen von Berührungsangst oder Stargetue. Die meisten hier kennen sich sowie schon von früheren Workshops oder sind selbst Yogalehrer.


Die Stunde beginnt mit einer kleinen Vorstellrunde der Assistenten. Neben Anja, Nicole und Miriam vom Jivamukti Yoga Berlin stehen noch zwei weitere Lehrer, die ich noch nicht kenne. Wir setzen uns in den Meditationssitz und nach ein paar Wiederholungen OM singen wir begleitet von Sharons kräftiger Stimme den beliebten Vers (wer ein paar Mal in einer Jivamuktiklasse war, muss ihn nicht mehr ablesen): „lokah samastah sukhino bhavantu“ (Mögen alle Lebewesen überall glücklich und frei sein und mögen alle meine Gedanken, Worte und Taten meines Lebens diesem Zweck dienen.). Dem folgt ein weiteres Mantra: „Ahimsa pratishthayam tat sannidhau vaira tyagah“ (Wenn du aufhörst, anderen wehzutun, werden auch andere aufhören, dir wehzutun.). Es folgt eine philosophische Abhandlung Sharons zu den beiden Kernbedeutungen dieses Mantras: Ahimsa (=Gewaltlosigkeit) und tyagah (loslassen). Ahimsa ist für Sharon eine der zentralen Bedeutungen von Jivamukti Yoga, ist sie doch eine vehemente Verfechterin des Veganismus (sie ist Autorin von Büchern wie „Dogs and Cats are people too“). Und so erklärt sie auch heute ihre Ansichten über Gewaltlosigkeit: „Wir sind nicht perfekt. Darum geht es auch gar nicht. Es geht um die stetige Bemühung um Gewaltlosigkeit. Solange wir in diesem physischen Körper leben, werden wir immer, jeden Tag anderen Lebewesen Schmerzen zufügen, auch ohne Absicht. Wir treten auf eine Ameise. Und jeden Morgen, wenn wir uns die Zähne putzen – und ich hoffe ihr tut das uns hier zuliebe jeden Morgen – töten wir unbewusst ganze Familien, die die ganze Nacht damit verbracht haben, Städte zu bauen, sich zu paaren (die ersten um mich herum fangen an zu kichern), die Hoffnungen und Träume haben. Wir töten Millionen von Lebewesen, nämlich Bakterien beim Zähneputzen. Wir müssen uns das nur bewusst machen. Aber wir können uns im Gegensatz zu einem Löwen dazu entscheiden, vegan zu leben, und damit weniger Leid anzurichten gegenüber unseren Mitlebewesen.“ Ich fange an, über das Leid einer Karotte nachzudenken (eben noch sollte ich ja an die Bakterien denken, die ich jeden Morgen kaltherzig umbringe). Auch Karotten haben Leitbahnen für Schmerzen und Verletzungen, sie reagieren auf Licht, Wind, Temperatur und Feuchtigkeit. Tabakpflanzen warnen sich sogar gegenseitig vor Fressfeinden. Aber ich schweife ab. Sicherlich ist Achtsamkeit vor der Natur eine lobenswerte und erstrebenswerte Eigenschaft.

Nun geht es weiter mit ein paar Runden Sonnengruß. Während Miriam unter Davids Anordnungen die Übungen vorführt, schweifen die Assistenten durch die Reihen, korrigieren Haltungen und massieren jedem kurz den Nacken. Schön! Als David auffällt, dass ein Großteil (einschließlich mir) Chaturanga Dandasana (Liegestütz mit gebeugten Armen) falsch ausführt, ruft er uns alle nach vorne und bittet uns, uns im Kreis um das Podest zu setzen. Er führt daraufhin die falsche Variante vor und die richtige: „Viele von euch denken noch an Schulsport oder ans Militär. Chaturanga Dandasana ist kein Liegestütz im klassischen Sinn, wo es nur um das Hoch-und-Runter geht. Es ist vielmehr eine ganz kleine Bewegung nach vorne. Die Ellenbogen ziehen dabei nach hinten und liegen eng am Körper. Die Ellenbogen und Handgelenke sind jeweils im rechten Winkel zum Boden.“ Wir schlurfen zu unseren Matten zurück und demonstrieren das erstmal im Stehen. Gar nicht so einfach alles im rechten Winkel auszurichten. David, Sharon und die Assistenten gehen rum und korrigieren. Langsam komme ich dahinter, und es ist nun wirklich weniger anstrengend als gedacht. Erstaunlich, ich habe dieser Asana nie genug Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl ich sie anscheinend seit Jahren falsch ausgeführt habe.


Nach weiteren Runden Sonnengruß und Kriegervarianten sind wir alle recht durchgeschwitzt. Ich habe jedes Gefühl für Zeit verloren und frage mich, wie viel von den drei Stunden wohl schon um ist. Durch die Lautsprecher ertönt Bob Marley, David fordert Miriam zum Tänzchen auf, und auch wir fangen an, mit dem Popo zu wackeln. Eine ausgelassene Stimmung macht sich breit, die gerade während der schweißtreibenden Übungen sehr befreiend wirkt. Und noch ein paar Runden Sonnengruß.

Wir sollen uns auf den Rücken legen. Um mich herum ertönt aufatmendes Stöhnen. David hält einen Vortrag über vegane Ernährung, der mich etwas grummelig macht. Aber ich wusste ja vorher, dass den beiden das Thema sehr wichtig ist. Doch mir vorzustellen, eine Kuh zu sein, die vergewaltigt wird („fremdes Sperma wird in euch eingeführt“), deren Kalbkind gestohlen wird und die jeden Tag brutal gemolken wird, geht gegen jede Überzeugung und viele Erfahrungen, die ich in meiner Dorfkindheit gewonnen habe. Ich werde etwas unentspannt und erinnere mich an mein Ziel, etwas mehr Demut zu zeigen und den freien Willen aller zu respektieren. Nun gut, ich werde heute kein Veganer, da muss ich David enttäuschen – ich respektiere seine Meinung, teile sie an dieser Stelle aber nicht.


Die Stunde wird mit Dehnungsübungen im Sitzen und Liegen fortgeführt. Ich verliere jedes restliche Zeitgefühl und bin ganz überrascht, als der Workshop sich mit einer weiteren Gesangsrunde und der Schlussentspannung dem Ende zuneigt. Ziemlich erschöpft aber entspannt sammle ich meine Sachen zusammen und schlurfe zum Verkaufsstand mit Yogakleidung, Büchern, CDs, DVDs, Massagecreme und Yogamatten. Einiges kommt auf meinen Weihnachtswunschzettel, vieles finde ich allerdings etwas teuer.


Am Abend schaue ich noch einmal kurz bei der Feier im frisch ernannten Jivamukti Yoga Berlin (ehemaliges Yoga Loft) vorbei und lausche der amerikanischen Singer-Songwriter-Yogalehrerin Kelly Britton. Sharon und David mischen sich, beide ganz in Weiß, unter das Publikum. Sharon singt ein paar Songs mit. Alle anderen tanzen verträumt, naschen vegane Plätzchen und trinken Kokosnusssaft. Doch ich bin müde, schrecklich müde. Und so falle ich um halb elf erschöpft aber glücklich in mein Bett. Es war mir eine Ehre, Sharon und David kennenzulernen, und sie haben mir jede Menge zum Nachdenken gegeben.

Kelly Britton im Jivamukti Yoga BerlinKelly Britton im Jivamukti Yoga Berlin

Freitag, 27. November 2009

Yoga-Gurus
David Life und Sharon Gannon im Interview
About trust, teaching and touch



Gestern traf ich die Begründer des Jivamukti Yoga zu einem kurzen Interview im neuen Jivamukti Yoga Berlin (vorher Yoga Loft). Eins vorneweg: Viele haben mich gefragt, ob die beiden wirklich so eine Art Aura haben. Ja, definitiv! Es war mir eine große Ehre und auch ein bisschen unheimlich, als David am Ende des Gesprächs mir tief in die Seele blickte.

Yesterday I met the founders of Jivamukti Yoga in a brief interview in the new Jivamukti Yoga Berlin (formerly Yoga Loft). One thing first: Many have wondered whether the two really have a kind of aura. Yes, definitely! It was a great honor and also a bit scary, as David at the end of the interview looked deep into my soul.

1. You describe yoga as a way to liberate body and soul. What did changed personally for you since you first encounter yoga?

Sharon: I'm happier. And I don't take things
too seriously now. When I was 20, I was so much expecting of people and always very dissapointed. I don't know, when I was the last time disappointed.

2. A yoga teacher once told me, that you are never finished with the way of yoga. What are you working on right now?

Sharon: Teaching. You know, practice isn't everything. What I want most is to inspire people. And when you teach others to become good teachers, this affects the whole world. And I want more people to become vegan. So we are travelling a lot – 32 cities in 5 month at this time. We give 4 classes every weekend. Only 4 cities are in the United States. We are only one week in New York every year.

David: As Sharon told you, teaching is the most important thing for us. And I write books, e.g. a new book about yoga assistance. I'm always working on this (he tips at his head) – this is my biggest problem (laughs).

3. I’m testing now for month many yoga styles and studios in Berlin. I’m discovering, that the most important things for me are sympathy with the teacher and little things like a song, light and a nice massage. What of this are you teaching in your Teacher Training Program?

Sharon: It all depends on small details. The most important thing we teach our students, is communication. They shouldn't be professors, but when you touch someone else, you need them to trust you. I think, to trust your teacher is the most important thing.

David: And
of course you need a solid foundation. We teach indian philosophy, the old scripts, Sanskrit language. We show our students, how to give lessons to large or small groups. They need 350 hours of training. Of course they don't all become teachers. Mostly they recognize, that they just have started yoga. I also think, that it is important to trust your teacher. It's all about the quality of touch. You must have a good relationship to your Guru, you have to trust him with your soul.

4. You are both outspoken advocates of ethical veganism based on the indian principle of non-violence or non-harming. What does this mean in a practical everyday sense to you also concerning fashion, modern ways of travelling and living in a metropolis like New York?

Sharon: We don't wear leather or fur. We travel a lot and the people, we are visiting, often have cats and dogs. In the evening I often begin to cook for the animals fresh food. I always have seeds for the birds in my pocket. We try to be as kind as possible to every living being.

David: We influence a lot of fashion designers and models like Donna Karan and Christie Turlington. You can find a lot of Yoga-interested people in the fashion world. We have in our studio in New York a boutique, where we sell organic and vegan clothings. Very often designers come to us and want to sell their stuff. When it's not organic and vegan, they often go back and make it new for us.

Sharon: But we don't encourage people to buy a lot of stuff.

David: I like the idea of the „Buy Nothing Day“ like it is advertised by Adbusters. (Remark: BY THE WAY: THE BUY NOTHING DAY IS TODAY!!!)

5. In Jivamukti studios I found a kind of personality cult around David Life and Sharon Gannon, like pictures at the altar. How do you deal with this?

David: I wouldn't call it a cult. A cult is often without mind. Our students are very intelligent, they are not mindless followers. But many people, like you, have this impression.
I have the feeling, today there is sometimes some kind of bashing based on the weedage of yoga certifications. It all depends on who you know. But that is a missunderstanding of the meaning of teachers in yoga. There are always pictures of our teachers at the altar, too, like Shri Brahmananda Sarasvati, Shri Swami Nirmalananda and Shri K. Pattabhi Jois. Yoga is a kind of heritage we pass on.

Sharon: Without a teacher it is very hard to maintain enlightment. He shows you how to get your ego in check, how to be humble and have confidence. So we are never holding back information from our students. We come when we are called and serve our students. That's our life. And this is the result of our sucess. We invented a new style of yoga. But we are not the only ones, there are others like John Friend, who invented Anusara yoga.

6. When I google Jivamukti-Yoga, then – on the first page – I read about names like Madonna, Sting, Christy Turlington and Sharon Stone. To what do you attribute this attraction?

Sharon: They want the same things in life, like joy and happiness, and they sometimes try harder than others. Of course it is a sideeffect of running a yoga studio in New York. Maybe it has something to do with our karma (smiles). And I think, these people want a yoga style which is effective. We don't mess around and they appreciate our professional skills. That's what they expact.

David: That's well said, Sharon!

7. How many days are you in Berlin and what are you going to visit?

Sharon: We don't have the time to do site-seeing. So we only see the road between here (the studio) and Anjas house (laughs).

David: But we celebrated the fall of the wall. They should broadcast this event all over the world. All walls like in
Palestine or Korea should come down.

8. David, you are also an influential performer and artist, who founded the Life Café in New York. You both met there when Sharons Band “Audio Letter“ played there. Sharon, you have also studied various forms of dance. What is for you the cyclic element between art and yoga?


Sharon: The traditional artist was uplighted, he had a certain consciousness and awareness – like in yoga.

David: These days art has become commodified, it has become
goods or services. This shifted to the yoga teacher. The definition of an artist is also a conductor to the people, to show them a world or a role, they haven't known before. But today a lot of what is called art is nothing else than trash.

9. The Dalai Lama himself said, that we should hold on to Christianity, the religion of our cultural circle. How do you think, can yoga work without indian religion?


Sharon: All major religions have a lots of aspects of yoga. The union with the Divine Self by meditaion is practiced e.g. in Christianity, Islam or Judaism.

10. Your teachers gave you the spiritual names Deva Das and Tripura Sundari? What does it mean?

Sharon: The most beautiful in the
three worlds.

David:
(laughs) You blush! But it is true!
My name Deva Das means servant or devotee of the gods.

Thank you very much for this inspiring interview!


(When I pleased David and Sharon to sign my book, they asked me about the spelling of my name. I told them, that my mother named me after Anne Frank. David looked at me and said: „Oh, you can live with that?“ „My mum said, it is because she was such a tough girl.“ „You aren't that tough!“ I had to swallow hard!)



1. Ihr beschreibt Yoga als einen Weg, Körper und Seele zu befreien.
Was hat sich für euch persönlich verändert, seit ihr zum ersten Mal Yoga praktiziert habt?

Sharon: Ich bin glücklicher und nehme die Dinge heute nicht mehr so ernst. Als ich 20 war, habe ich so viel von Menschen erwartet und war immer sehr enttäuscht. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal enttäuscht war.

2. Ein Yoga-Lehrer hat mir einmal erzählt, dass man nie mit Yoga fertig ist. An was arbeitet ihr gerade?

Sharon: Zu unterrichten. Praxis ist nicht alles. Was ich mir am meisten wünsche ist, Menschen zu inspirieren. Wenn du anderen beibringst, ein guter Lehrer zu sein, beeinflusst das die ganze Welt. Und ich möchte mehr Menschen zum Veganismus ermuntern. Deswegen reisen wir viel - 32 Städte in 5 Monaten. Wir geben 4 Klassen jedes Wochenende. Und nur 4 Städte davon sind in den Vereinigten Staaten. Wir sind nur eine Woche in New York jedes Jahr.

David: Wie Sharon gesagt hat, ist die Lehre das Wichtigste für uns. Ich schreibe Bücher, z.B. ein neues Buch über Yoga Assistenz, und arbeite immer daran (tippt sich an den Kopf) - das ist mein größtes Problem (lacht).

3. Ich teste nun schon seit vielen Monaten Yogastile und -studios in Berlin. Ich habe entdeckt, dass für mich Sympathie für den Lehrer und kleine Dinge am wichtigsten sind, wie ein Lied, Licht und eine kleine Massage. Was davon unterrichtet ihr in eurem Teacher Training Program?

Sharon: Es hängt alles von kleinen Details ab. Das wichtigste, was wir unseren Schülern beibringen, ist Kommunikation. Sie sollen nicht Professoren werden, aber wenn man jemand anderen berührt, muss derjenige Vertrauen zu dir haben. Ich denke, Vertauen zum Lehrer ist das Wichtigste.

David: Und natürlich benötigen sie ein solides Fundament. Wir unterrichten indische Philosophie, die alten Schriften, die Sanskrit-Sprache. Wir zeigen ihnen, wie man große oder kleine Gruppen unterrichtet. Und sie müssen 350 Stunden trainieren. Nicht alle werden Lehrer. Meist erkennen sie, dass sie erst mit Yoga begonnen haben. Ich denke auch, dass es wichtig ist, seinem Lehrer zu vertrauen. Es geht um die Qualität der Berührung. Du musst ein gutes Verhältnis zu deinem Guru haben, du musst ihm mit ganzer Seele vertrauen.

4. Ihr seid beide ausgesprochene Befürworter des ethischen Veganismus basierend auf dem indischen Grundsatz der Nicht-Gewalt. Was bedeutet das im praktischen Alltag, auch bezüglich Mode, der modernen Art zu reisen und das Leben in einer Metropole wie New York?

Sharon: Wir tragen kein Leder oder Pelz. Wir reisen viel und die Menschen, die wir besuchen, haben oft Katzen und Hunde. Am Abend beginne ich oft, für die Tiere frische Sachen zu kochen. Ich habe immer Samen für die Vögel in der Tasche. Wir versuchen, so freundlich wie möglich zu jedem lebenden Wesen zu sein.

David: Wir haben eine Menge Einfluss auf Modedesigner und Models wie Donna Karan und Christie Turlington. Es gibt viele Yoga-Interessierte in der Fashion-Welt. In unserem Studio in New York gibt es eine Boutique, wo wir biologische und vegane Kleidung verkaufen. Designer kommen sehr oft zu uns und wollen, dass wir ihre Sachen verkaufen. Wenn sie nicht biologisch und vegan sind, schicken wir sie zurück, und dann kommen sie wieder und machen es neu.

Sharon: Aber wir ermutigen die Leute nicht, viele Sachen zu kaufen.

David: Ich mag die Idee des "Buy Nothing Day", wie er von Adbusters beworben wird. (Anmerkung: Übrigens, der Buy Nothing Day ist heute!)

5. In Jivamukti Studios ist mir
eine Art von Personenkult um David Life und Sharon Gannon aufgefallen – wie Bilder auf dem Altar. Wie geht ihr damit um?

David: Ich würde es nicht Kult nennen. Ein Kult ist oft ohne Verstand. Unsere Schüler sind sehr intelligent, sie sind nicht geistlose Anhänger. Aber viele Leute, wie du, haben diesen Eindruck. Ich habe das Gefühl, heute gibt es manchmal eine Art Schlagabtausch, der auf dem Mischmasch der verschiedenen Yoga-Zertifikate beruht. Es hängt alles davon ab, wen man kennt. Doch das ist ein Missverständnis über die Bedeutung von Yoga-Lehrern. Es gibt immer wieder auch Fotos von unseren Lehrern auf dem Altar, wie Shri Brahmananda Sarasvati, Shri Swami Nirmalananda und Shri K. Pattabhi Jois. Yoga ist eine Art Erbe, das wir weitergeben.

Sharon: Ohne Lehrer ist es sehr schwer, Erleuchtung zu erfahren. Er zeigt dir, wie du dein Ego im Zaum hälst, wie man Demut übt und Vertrauen erhält. Deswegen halten wir nie Informationen vor unseren Schülern zurück. Wir kommen, wenn sie uns rufen und dienen ihnen. Das ist unser Leben. Und das ist ein Ergebnis unseres Erfolges. Wir haben einen neuen Yoga-Stil begründet. Aber wir sind nicht die einzigen, es gibt andere, wie John Friend, der Anusara Yoga entwickelt hat.

6. Wenn ich Jivamukti-Yoga
google, dann - auf der ersten Seite - lese ich Namen wie Madonna, Sting, Christy Turlington und Sharon Stone. Worauf führt ihr diese Anziehungskraft zurück?

Sharon: Sie wollen die gleichen Dinge im Leben wie andere, wie Freude und Glück. Sie bemühen sich manchmal stärker. Natürlich sind sogenannte Prominente ein Nebeneffekt eines Yoga-Studios in New York. Vielleicht hat es auch etwas mit unserem Karma zu tun
(lächelt). Und ich glaube, diese Menschen wollen einen Yoga-Stil, der effektiv für sie ist. Wir basteln nicht herum, und sie schätzen unsere professionellen Fähigkeiten. Das erwarten sie.

David: Das hast du gut gesagt, Sharon!

7. Wie viele Tage seit ihr in Berlin und was werdet ihr euch ansehen?

Sharon: Wir haben nicht die Zeit, Site-seeing zu machen. So sehen wir nur die Straße zwischen hier (Studio) und Anjas Haus (lacht).

David: Aber wir haben den Fall der Mauer gefeiert. Sie sollten diese Veranstaltung auf der ganzen Welt im Fernsehen zeigen. Alle Mauern, wie die in Palästina oder Korea, sollten fallen.

8. David, du bist auch ein bedeutender Künstler, Performer und hast das Life Café in New York gegründet. Ihr beide habt euch dort kennengelernt, als Sharons Band „Audio Letter“ dort gespielt hat. Sharon, du hast auch verschiedene Tanzformen studiert. Was ist für euch das verbindende Element zwischen Kunst und Yoga?

Sharon: Die traditionellen Künstler waren erhellt, sie hatten ein gewisses Bewusstsein und waren aufgeklärt – wie im Yoga.

David: Heutzutage ist Kunst zur Ware oder Dienstleistung verkommen. Das verlagert sich auch auf Yoga-Lehrer. Die Definition eines Künstlers ist auch, Menschen zu leiten, ihnen eine Welt oder eine Rolle zu zeigen, die sie vorher nicht kannten. Aber heute ist vieles von dem, was Kunst genannt wird, nichts anderes als Müll.

9. Der Dalai Lama selbst sagt, dass wir uns an das Christentum halten sollen, die Religion unseres Kulturkreises. Wie denkt ihr, kann Yoga ohne indische Religion funktionieren?

Sharon: Alle großen Religionen haben viele Aspekte des Yoga. Die Vereinigung mit dem Göttlichen durch Meditation wird auch im Christentum, Islam oder im Judentum praktiziert.

10. Ihr habt von euren Lehrern die spirituellen Namen Deva Das und Tripura Sundari erhalten? Was bedeuten sie?

Sharon: Das Schönste in den drei Welten.

David: (lacht) Du wirst ja Rot! Aber es ist wahr! Mein Name, Deva Das, bedeutet, Diener oder Anhänger des Göttlichen.


Vielen Dank für dieses inspirierende Interview!


(Als ich David und Sharon bat, mein Buch zu signieren, fragten sie mich nach der Schreibweise meines Namens. Ich habe ihnen gesagt, dass meine Mutter mich nach Anne Frank benannt hat. David sah mich an und sagte: „Oh, kannst du damit leben?“ „Ja, die Erklärung meiner Mutter war, weil sie ein so mutiges und tapfereres Mädchen war.“ „So tough bist du nicht!“ Ich hatte schwer zu schlucken!

Donnerstag, 26. November 2009

Berliner Friseure gegen Aids
Ich mache mit

Eine wunderbare Aktion findet an diesem Samstag hier in Berlin, wie auch am Sonntag in Düsseldorf und Frankfurt statt: Friseure der Welt gegen Aids. In den drei Akademien von L’Oreal schneiden Starfriseure einen Tag lang Haare für den guten Zweck. Gegen einen Mindestspendenbeitrag von 35 Euro kann sich jeder verschönern lassen. Die Spenden kommen HIV-positiven sowie aidskranken Frauen und Kindern in Deutschland zugute. Termine gibt es unter Tel. 0211-437 85 77. In Berlin mit dabei:
  • Wolfgang Zimmer

  • André Märtens

  • Manfred Kraft

  • Shan Rahimkhan
Und auch ich gebe mich am Samstagabend – nach dem Dreistunden-Yoga-Workshop mit David Life und Sharon Gannon – vertrauensvoll in die Hände des Teams von Wolfgang Zimmer. Ob ich dann so aussehe wie Sharon Stone oder diese Damen auf dem Laufsteg bei Vivienne Westwood bei der Fashion Week? Mal sehen, ob ich mich traue, euch das Ergebnis zu zeigen...

Quelle: wolfgangzimmer-friseur.de

Mittwoch, 25. November 2009

Jim Jarmusch: Limits of Control
Fashion for real Men

Normalerweise finde ich klassische Männerkleidung eher langweilig und spießig: schwarzer Schurwollanzug, weißes Hemd, Krawatte. Gestern habe ich mir nun den neuen Jim-Jarmusch-Film „Limits of Control“ ausgeliehen und war für 116 Minuten geblendet von der Schönheit der Bilder von Kamerameister Christopher Doyle, hinter der die absurde Geschichte vollends zurücktritt: ein Mann, zwei Tassen Espresso, Tai-Chi, Instrumentenkoffer ohne Waffen, eine Nackte ohne Sex, ein paar unverständliche Sätze (entweder auf Spanisch oder in diesem Stil: „Das Universum besitzt kein Zentrum und hat keine Begrenzung“, „Die Sufi sagen, jeder von uns ist ein Planet, der sich in Extase um sich selbst dreht. Ich sage, jeder von uns ist eine Menge von sich in Extase drehenden Molekülen.“) und eine tauschfreudige Streichholzschachtel. Am Ende wird Bill Murray ermordet. Warum erfährt man nicht. Stattdessen fesseln den Zuschauer das Gesicht von Hauptdarsteller Isaach de Bankolé (u.a. auch in Casino Royale, Miami Vice, Night on Earth) – wie gemeißelt, andalusische Landschaften – wie Gemälde – und wunderbare Farbkombinationen bei den Stylings (besonders die Seidenanzüge des Protagonisten!):

Verschiedene Brauntöne

Silber und Grün

Blau und Lila


Nochmal Braun

Und auch die Damen waren außergewöhnlich gestylt:


Tilda Swinton ganz in Weiß, aber alles andere als unschuldig.


Youki Kudoh in einem gepunkteten Traumkostüm, toller Hochsteckfrisur und wunderbarer Sonnebrille.

Paz de la Huerta – stets nackt und wolllüstig
(und ein weiteres schreckliches Beispiel für Schlauchbootlippen)

Alle Bilder: Teresa Isasi-isasmendi/PointBlank Films Inc.

Ich verneige mich noch einmal vor einem Großmeister des Independentkinos und verweise auf Filmleckerbissen wie Night on Earth, Broken Flowers und Dead Man. Und ich halte es mit dem wunderbaren Kinokritiker Georg Seeßlen: „Jede Einstellung könnte man sich auch als Kunstdruck ins Wohnzimmer hängen, jede Dialogzeile könnte Eingang in einen Lyrikband finden, jeder Auftritt von einem der Jarmusch-Darsteller ist eine autarke Performance, die Musik von Boris und Sunn O))) stand ohnehin schon vor dem Film für sich. Und all das ist in diesem wundervollen Flow mit den leichten Überlagerungen und Breaks, wie es eben nur Jarmusch versteht, in Bewegung gebracht (...) Richtig bezaubert ist man in diesem Film, wenn man einiges von dem abschaltet, mit dem man so gewöhnlich ins Kino geht. Es ist eine Schönheit, in der man sich eher fallenlassen kann als mitzugehen. Man genießt diesen Film, glaube ich, wenn man sich klarmacht, dass er nichts, aber auch gar nichts bedeutet. Er ist einfach. Und das macht er verdammt richtig, auf einer Linie zwischen Dada und Buddha.

Montag, 23. November 2009

Soll ich oder soll ich nicht:
Snowboard oder Skilaufen

Ich habe mich überreden lassen. Nunmehr 29 Jahre habe ich es geschafft, Skiern, Snowboards o.Ä. aus dem Weg zu gehen. Aufgewachsen an der Küste, war die Mecklenburgische Schweiz für mich schon bergig genug, für eine kurze Schlittenfahrt hat's gereicht. Ich liebe das Meer und alle Sportarten darauf, darin und daran. Wintersport war für mich jahrelang auf Schlittschulaufen auf dem Bodden begrenzt. Die Klassenfahrt in die Alpen ist mir eher aufgrund von pupertären Knutsch-Spielen in Erinnerung. Berge sind zum Wandern ganz hübsch – so als Postkartenmotiv im Hintergrund. Aber mir ein Brett unter die Füße zu schnallen und in einem Affenzahn die Piste runterzurutschen kam für mich nie in Frage.

Wozu auch? Schnee und Berge sind aus der Caféhausperspektive viel hübscher (warm, trocken, mit lecker Torte und Espresso), Landschaft, frische Luft und Sport kann man beim Wandern viel intensiver genießen und für den Geschwindigkeitsrausch reicht es mir, meinen Motorroller auf 62 km/h zu quälen.

Nun soll sich das ändern. Mein Mann will in den Winterurlaub. Nach fast zehn Jahren Beziehung will ich mal nicht so sein, ist er doch auch geduldig mit mir zu kretischen Ausgrabungsstätten geschlurft, die ihn herzlich wenig interessiert haben. Und so verbringen wir dieses Weihnachten im Riesengebirge, inklusive Anfängerskikurs für mich! Und jetzt brauche ich dringend aufmunternde Worte. Denn ich habe Angst! Meine beste Freundin erzählte was von Bänderriss, eine Kollegin von einem gebrochenen Handgelenk, ein Freund von stetig kreisenden Hubschraubern über der Piste und mein Schwager von einem gebrochenen Schlüsselbein. Alle hatten einen dabei einen verklärten Gesichtsausdruck: „Aber sonst ist Skifahren toll!“ Kann mir das bitte jemand erklären?

Freitag, 20. November 2009

Magazinfund: WeAr Magazine






45 Euro für ein Magazin sind mir viel zu viel – aber die tollen Illustrationen von Laura Laine haben mich gestern in der Hamburger Thalia-Buchhandlung gefangen genommen. Die Covergestaltung des aktuellen WeAr Magazines ist schon sehr originell: Eine Amazone im Vogelkleid, das Gesicht vom Titel des Magazins verdeckt. Auch im Inneren des Heftes überzeugender Schick, schön viel Weißraum, farbliche Abstimmung und fast originalgroße Schuhabbildungen.

Laine hat in Helsinki Fashion Design studiert und arbeitet seitdem als Ilustratorin. Im Charlie's Design Diary findet ihr ein Interview und weitere Arbeiten von ihr. Schade, dass 45 Euro wirklich viel zu teuer sind...

Yoga macht glücklich: Portraits von Detlef Eden

Bilder: Detlef Eden
Quelle: www.yogaservice.de

Auch wenn ich persönlich von Bikram-Yoga nicht so wirklich begeistert war, so ist es doch interessant zu sehen, welchen Ausdruck Praktizierende nach der Stunde in den Augen haben. Das faszinierte auch den Art Director und Fotografen Detlef Eden. Er portraitierte 80 Teilnehmer jeweils nach der Unterrichtsstunde. Die ganze Serie „38 Grad“ wird am 23. Januar 2010 im Sunyoga-Studio ausgestellt. Im Netz findet man seit dem 13. November im Zwei-Wochen-Takt ausgewählte Arbeiten unter www.yogaservice.de.

Dienstag, 17. November 2009

C/O Berlin: We love Hair











www.111.schwarzkopf.de


C/O Berlin zeigt ab 11. Dezember die von Schwarzkopf initiierte Ausstellung We love Hair mit Fotografien von Karl Lagerfeld, Gabo und Russell James sowie Illustrationen von Olaf Hajek.

Das erinnert mich natürlich an die fantastischen Fotografien von Herlinde Koelbl, die ich im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg gesehen habe. Immer noch zwei meiner Lieblingsbilder:




© Herlinde Koelbl

Haare – ein Symbol für Schönheit, Verlockung, Verführung, Identität. Jeder erinnert sich an misslungene Friseurbesuche, Protestfrisuren (Trennung + Herzschmerz = neue Frisur) oder lustig-schräge Färbeversuche mit der Freundin („Ja wirklich, ich will dieses ROT!“). Kaum eine Frau mag ihre Haare, hat sie Locken schimpft sie auf ihre widerspenstige Mähne, hat sie glatte Haare schimpft sie auf ihre Bleistiftfransen, sind sie blond hätte sie sie gerne rassig schwarz, sind sie schwarz, werden sie stundenlang blondiert, oft in der Hoffnung, die Männer würden sie jetzt eher bemerken. Apropos Männer. Belächeln sie uns meist morgens im Bad, wie wir uns akribisch mit Tiegelchen, Cremes und Make up beschäftigen, so brauchen sie dann meist genauso lang, um mit diversen Stylingprodukten ihre Haarpracht in Form zu legen. Und wer einmal die schlechte Laune eines Mannes nach einem misslungenen Friseurbesuch erfahren durfte, weiß: Auch die Herren der Schöpfung sind ein wenig eitel.

Haare sind immer Statement.


In der Ausstellung „We Love Hair“ betrachten internationale Künstler das Thema aus neuen, facettenreichen Blickwinkeln: Karl Lagerfeld: kühl, minimalistisch (u.a. mit seiner Muse Baptiste Giabiconi); Russell James: kraftvoll, märchenhaft-sinnlich, inspiriert von den Formen der Natur; Gabo zeigt Prominente wie Veronica Ferres, Eva Padberg, Natalia Wörner, Alexandra Maria Lara und Till Brönner früh morgens beim Aufwachen; Olaf Hajek illustriert Revolutionen der Menschheit im Bezug auf Haare – von Marie Antoinette über die Fab Four bis zur Blonde Revolution.

Anlässlich des 111. Jubiläums von Schwarzkopf wurde das Buch „We Love Hair” zusammengestellt auf dem die Ausstellung basiert.

Ausstellungsdauer 11. 12. 09 - 17. 01. 10
Eintritt € 9, erm. € 5
C/O Berlin im Postfuhramt
Oranienburger Straße 35/36
10117 Berlin
 
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